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der

Franzölischen Sprache

Literatur

und

oder

Auswahl interessanter, chronologisch geordneter Stücke
aus den klassischen Franzöfischen Prosaisten u.Dichtern,
nebst Nachrichten von den Verfassern

und ihren Werken.

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Vorrede zur ersten Auflage.

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Aufgemuntert durch den nachsichtsvollen Beifall, mit welchem unser, im Jahre 1793 erschienenes Handbuch der Englischen Sprache vom Publikum aufgenommen worden ist, und von dem Nutzen einer solchen Sammlung durch die Erfahrungen, die wir bei unserm Unterricht zu machen Gelegenheit gehabt haben, überzeugt, liefern wir hier ein ähnliches Werk für die Französische Sprache.

Schon ein flüchtiger Anblick dieses ersten Theils, welcher dic Prosaisten enthält, wird den Kenner überzeugen, dass wir nach einem ganz andern Plan arbeiteten, als alle bisherigen Herausgeber Französischer Lesebücher. Unsere Absicht nämlich ist, dem Lehrling, der bereits einon Grund in der Französischen Sprache gelegt hat, und zur Lektüre der vorzüglichsten in derselben geschriebenen Werke fortgehen will, vorläufig mit der glänzenden Gesellschaft, in die er zu treten gedenkt, bekannt zu machen. Wir liefern ihm zu dem Ende eine Reihe interessanter, charakteristischer und grösstentheils als Meisterstücke anerkannter

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Stellen aus den klassischen Französischen Schriftstellern, begleitet mit gedrängten Nachrichten von dem Leben und den Schriften derselben.

Unser Plan ist unstreitig gut; das Publikum artheile, wie die Ausführung gerathen ist.

Was die Wahl der ausgehobenen Stellen betrifft, so werden diejenigen, welche sich mit einer ähnlichen Arbeit beschäftigt haben, uns auf unser Wort glauben, dass wir oft erst nach Tage-, ja Wochenlangem Suchen das Stück fanden, das allen den Anforderungen, die wir unserm Zweck nach, an dasselbe machen mussten, entsprach, nämlich charakteristish, unterhaltend, ausser dem Zusammenhange verständlich und unanstössig zugleich zu seyn. Wir dürfen nicht - hoffen, dass wir in dieser Hinsicht die Wünsche aller unserer Leser befriedigt haben werden, können aber versichern, dass kein Stück ohne die reiflichste Ueberlegung gewählt worden ist. Es war unvermeidlich, dass wir nicht an einigen Orten mit unsern Vorgängern zusammentreffen solllen; man wird aber bei genauerer Ansicht finden, dass wir in dergleichen Fällen gemeiniglich nur die Ueberschriften mit ihnen gemein haben, und entweder mehr oder weniger lieferten, auch anders excerpirten, z. B. in den Aufsätzen von Thomas, Guibert, Duclos und einigen andern, die sich in der schätzbaren Chrestomathie des Herrn 0. C. R. Gedike befinden. Dass wir auch Proben von dem Stil der vorzüglichsten Revolutionsschriftsteller, als Dumouriez, Brissot, Condorcet, Mirabeau, Vergniaud, gegeben haben, wird unsern Lesern hoffentlich angenehm seyn.

In Ansehung der Literarnotizen haben wir Gelegenheit gehabt, sehr gute Quellen zu benuzzen, die wir überall gehörigen Orts angezeigt haben. Unter den allgemeinen Werken haben wir besonders, wiewohl mit der nöthigen Vorsicht, das bekannte Dictionnaire historique portatif in seiner neuesten, aus 9 Bänden in 8. bestehenden Ausgabe, gebraucht. Ausserdem verdanken wir sehr viel den belehrenden mündlichen Nachrichten, die uns, einige hiesige, mit der Französischen Literatur innig vertraute Gelehrte gefällig mitgetheilt haben. Die Nachrichten von verschiedenen neuern Schriftstellern, als Mercier, Marmon

tel, Condorcet, Vergniaud, wird man unbe: friedigend finden; es ist uns aber aller angewand

ten Mühe ungeachtet nicht möglich gewesen, etwas Vollständigeres zu liefern. Im Ganzen schmeicheln wir uns, dass man in den kleinen Gemälden, die sich vor den ausgehobenen Stücken jedes Schriftstellers befinden, die Hauptumrisse seiner literarischen Physiognomie erkennen werde.

Vielleicht, vermissen unsere Leser ungern Proben aus den Briefen der Sévigné und der Ninon, aus den Romanen des Prévát d'Eriles, Marivaux. und Crébillon des jüngern, aus den philosophischen Schriften des Mallebranche, Bayle, Pouilly de Pamier und Hemsterhuis, und aus verschriedenen andern klas

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