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F. H. Th. Allihns

Grundriss der Ethik.

Neu bearbeitet und erweitert

von

Otto Flügel.

Langensalza,
Verlag von Hermann Beyer & Söhne,
Herzogl. Sächs. Hofbuchhändler.

1898.

Vorwort zur zweiten Auflage.

Vielleicht erscheint es manchem befremdlich, der heutigen Lesewelt ein Werk über Ethik aus dem Jahre 1861 von neuem darzubieten. Ja der Hauptsache nach stammen die hier entwickelten Gedanken aus der bereits 1808 erschienenen praktischen Philosophie Herbarts. Man wird fragen, hat denn nicht seitdem wie jede Wissenschaft so auch die Ethik solche Fortschritte gemacht, dass dies alles längst überholt ist? Nun freilich ist hierin unablässig gearbeitet worden, aber eine andere Frage ist es, ob man weiter gekommen ist, ja ob man in den grundlegenden Stücken der Ethik überhaupt je weiter kommen wird. Trotz der grossen Mannigfaltigkeit der ethischen Versuche lassen diese sich doch alle auf den Gegensatz der relativen und absoluten Ethik zurückführen. Dieser Gegensatz ist so alt, als die Ethik selbst, und was für und wider jede dieser beiden einzig möglichen Betrachtungsreihen des sittlichen und unsittlichen Verhaltens gesagt ist, lässt sich wohl vermehren aber nicht verschärfen. Dabei ist zu beachten, dass sich die thatsächliche Mannigfaltigkeit der ethischen Systeme fast gar nicht auf die absolute Ethik bezieht. Hier hat wohl eine Vertiefung, Verschärfung, Weiterführung der grundlegenden Gedanken von dem absoluten Unterschiede des Guten und Bösen stattgefunden, aber keine eigentliche Veränderung oder Umwandlung. Eine eigentliche Umwandlung hat nun zwar auch der relative Standpunkt nicht erfahren, sofern er immer in der Behauptung besteht: gut ist was nützt, was die Begierden be

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