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pantomimischen Ballette vorstellen gesehen, die alle sehr redeno waren, ungeachtet fein Wort daben gesprodien wurde. Aber hier sah man auch eine prächtige Sd;aubühne, mit vielen Verzierungen, ja auch fast ben jedem neuen Ballette, neue Maschinen, Kleidungen und Zierrathe in großer Mena ge. Was kostet nicht die große Anzahl Tånzer zu unterhalfen, die sich oft bis auf 36 und mehr Personen und drůber erstrecken können?

28. S. Ich habe es noch vergessen zu erwåhnen, daß aller Schönheit der Vorstellungen ungeachtet, dennoch oftmals diese allegorischen Tånze dem meisten Theile der Zuschauer wahrhafte hieroglyphische Figuren seyn würden, davon fie nichts verstånden; wenn nicht der Poet zuweilen den vor. neþmsten Personen solcher Tanzspiele aud, gewisse Worte zu reden und zu singen in den Mund legte. Diese werden nun in lauter Versen, doch kurz und gut gemacht: weil die Abs, ficht nicht ist, durch Worte, sondern durch Bewegungen des Leibes etwas anzuzeigen. Doch wer davon mehrere Anleitung verlanget, der muß den oben gerühmten tjenestrier nach. lesen, wo er zugleich einen großen Vorrath von Erfindungen zu Balletten antreffen wird. Man kann auch die ges! lehrten Abhandlungen nachlesen, die in den Meinoires de l'Academie des belles Lettres & des Inscriptions, in vero sdiedenen Bånden dieses Buches vorkommen. Endlich lese man auch das oberwåhnte Buch The Taste of the Town, wo gleichfalls in der III. Abtheilung von den Långern, und in der IV. von Chören gehandelt wird, die bende zu dieser Absicht gehören. Vieleicht kommen einmal in Deutschland die Zeiten, da man durch dergleichen sinnreiche Erfindungen, die das vorige Jahrhundert schon gekannt, und geliebet, die Schaubühne wieder emporheben, und den bisherigen Wuft der unnatürlichen Opern, in solche allegorische Tanzspiele; die abgeschmackten Haupt- und Staatsactionen, in herge! rührende Trauerspiele; und die närrischen Burlesken der italienischen und anderer gemeinen Komödianten, in lehre reiche und scherzhafte Lustspiele verwandelt seben wird. CCC 2

Des

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ఆరంభicticide

poojoopaapoojoopoojodiacinated Des II. Abschnitts VI. Hauptstück, Von Schäferspielen, Vorspielen

und Nachspielen.

1. S. ch habe zwar oben im ersten Abschnitte von Joyllen,

oder Schäfergedichten gehandelt; auch beyläufig er.

innert, daß dieselben zum Theil auch dramatisch, das ist gesprächsweise, eingerichtet würden. Und so viel lehrten mich die Erempel und Meisterstücke der Alten. Allein von ganzen theatralischen Schåferstůcken weis das ganze Alterchum nichts: ungeachtet nichts natürlicher gewesen wäre, als darauf zu gerathen. Denn ahmet das Trauerspiel die vornehmste Classe der Menschen, ich meyne das Leben der Könige und Fürsten nach; lo schildert das {uftspiel den Mittelstand der Welt, an Adel und Bürgern ab. Nun ist noch die dritte Lebensart, nåmlid, der landleute übrig: da. von wir ben den alten dramatischen Dichtern keine Nach. ahmungen finden. Dieses ist nun destomeộr zu bewundern, da die ganze theatralische Dichtkunst auf den Dörfern und Flecken zuerst entstanden. Soll ich meine Gedanken von der Ursache entdecken, so werden es diefe seyn: {andleute, welche die Beschwerlichkeiten ihrer Lebensart zur Gnuge kannten, konnten unmöglich begierig fenn, den Abriß derselben auf der Bühne zu sehen. Hergegen konnten sie, nach der nas túrlichen Neubegierde der Einfältigen, gar wohl begierig seyn, das deben der Könige und Fürsten, kennen zu lernen; oder auch das Stadtleben des Bürgerstandes vorgestellet zu seheri. Nad bendem konnte das unwissende Sandvoll lústern fenn: so wie wir im Gegentheile finden, daß die Großen dieser Welt sich gern an den Thorheiten des Mittelftandes, und wohl gar an den Bauerporien eines Hanswursts, oder andern groben Lümmels, er fey nun walsch oder deutsch,

be.

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belustigen; ernsthafte Trauerspiele aber, von Königen und Fürsten gar nicht sehen mögen; es wåre denn, daß sie nach Art der Opern ganz ins verliebte Fach gehöreten, und durch Musik und Lånze in Stücke aus Schlaraffenland verwan delt worden.

2. . Ich weis wohl, was die Bewunderer des Altera thums hier sagen werden. Um zu behaupten, daß es ihm auch an Schģferstücken nicht gefehlet habe, werden sie sich auf die satirischen Schauspiele der Griechen berufen; davon Casaubonus ein ganzes Buch geschrieben. Ich kenne es, und habe es mit Bedacht gelesen, wie es 1605. unter dem Titel Ilaaci Casauboni de Satirica Græcorum Poesi, & Ro. manorum Satira, zu Paris in 8. Herausgekommen. Hier darf zuförderst niemand denken, daß die griechische Satire von eben der Art gewesen, wie die lateinische, eines Lucils, Soraz, oder Juvenals, nachmals gewesen. Nein, sie war kein Gedicht zum Lesen, wie etwa Somers Margites; sondern ein dramatisches Stück, welches man auf einer Bühne mit lebendigen Personen vorstellete. Sie hatte den Namen von des Bacchus Gefährten, den Silenen und Sa. tiren; weil nåmlich diese dem Bacchus zu Ehren , an feinen Festtagen, von dem betrunkenen Sandvolfe vorgestellet wurden. Boraz beschreibt uns diesen Zustand, in dem Schreba ben an den Kaiser Auguft:

Agricolæ prisci, fortes, parvoque beati,
Condita post frumenta, levantes tempore festo
Corpus, & ipsum animum, fpe finis, dura ferentem,
Cum sociis operum & pueris & conjuge fida,
Tellurem porco, Silvanum lacte piabant;
Floribus & vino, Genium, memorem brevis ævi.
Fescennina per hunc inventa licentia'ınorem,

Verlibus alternis opprobria rustica fudit.
Von diesem Ursprunge nun, will Casaubonus die satirische
Poesie der Griechen herleiten: und-ich bin ipm in soweit
nicht zurpider, als die ganze theatralische Dichtkunst ihren

Ursprung

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Ursprung daher genommen. Diese theilte sich nun bald nach dem Thespis und Pratinas in tragische und komische Stůcke ab: davon jene ernsthaft und traurig, diese aber beißend und lustig waren; weil fie dem Bacchus zu Ehren gespielet wurden. Allein daben sehe ich nicht die geringfte Spur unserer Schäferspiele.

* 3. S. Soviel gelehrte Sachen vom Ursprunge der Schauspiele Casaubonus auch anführet, und so richtig dieselben auch find, so beweist er doch nichts mehr, als daß es alte Dorfstücke, die sehr beißend und fpdetisch gewesen, gegeben; und darinn man Faunen und Satyren aufgeführet, ja sie von diesen mit leichtfertigem Hüpfen und Springen, und hůderlichen Worten, spielen lassen. Dieß ist also der Urs fprung der Komodie, wie er selbst gesteht; baß PATURIKOS decepata, oder schlechtweg EdTugos

, nur den Tragödien ents gegengeseget worden; weil ihre Chore aus Silenen und Sa. tyren bestanden. Eben das bezeigt soraz, wenn er schreibt:

Mox etiain agrestes Satyros nudavit, & afper
Incolumi gravitate (scil

. tragediarum) jocum tentavit. Er nennt auch einen komischen Dichter Satyrorum Scriptorein; und die Natur dieser Spiele brůckt er durch risores & dicaces Satyros aus:

Verum ita risores, ita commendare dicaces

Conveniet Satyros. Was zeigt das anders, als daß eine griechische Satyre fein unschuldvolles, ruhiges und verliebtes Schäferspiel; fondern höchstens eine etwas gröbere und unflåtigere Bauerkomödie gewesen sen. Eben dieses beweiset das einzig übriggebliebene Stůd von dieser Art, des Euripides Cyklops, auf den er sich beruft. Denn man lese denselben durch, so oft man will, so wird man nichts ähnliches mit einem neuern Schäfergedichte darinn finden. Der Riefe Polyphem, Ulysses, feine Gefährten, und alle übrige Personen desselben, find diejenigen Schäfer nicht, die wir auf unsere Pastoral.

bühne

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bühne stellen könnten; um das unschuldige Weltalter unter Saturns Regierung, die tugendhaften Zeiten der Patriar. chen, oder die Sitten des glückseligen alten Arkadiens vorzustellen: wie ich dieses im I. Abschnitte und V. Hauptstücke abgeschildert habe.

4. S. Bleibt also die Pastoralpoesie eine neuere Erfindung: fo fragt sichs, wem wir dieselbe eigentlid) zu danken haben? Schlage ich, den Minturno, als einen Lehrer der målschen Dichtkunst nådy, der sein Budy, als Bischof zu Uguento 1563. geschrieben hat: so finde ich noch gar keine Spur von. den Pastoralstücken darinnen; als die zu feiner Zeit noch nicht erfunden, oder doch nicht bekannt gewesen. Crescimbeni hergegen bemerket im IX. Cap. Des IV. B. vom I. Bande feiner Istoria della volg. Poel. daß dieselbe in der Hälfte des XV. Jahrhunderts allererst ins Geschick gekommen. Denn nach einigen unförmlichen Versuchen älterer Dicha ter,

die etwas schäfer - ober bauermäßiges in Verse gebracht, die sie bald Favola, bald Raprelentatione della Favola, bald Ecloga, bald Comedia rusticale genannt, habe Angelus Politianus das Stück Orpheus gemacht; welches 1518. zu Venedig gedrucket worden. Nach diefem habe ein Ferrareser, Cinthio genannt, nach dem Muster der Alten 1545. eine sogenannte Satire, mit allerHand Faunen und Satiren vermischet, aufführen lassen, die den Namen Aegle geführet. Zehn Jahre hernach sey denn endlich das erste eigentliche Schäferstůck, von einem andern Ferrareser, Beccari, unter dem Namen il Sagrifizio, Favola' Paftorale, erschienen, und das Jahr vorher gespielet worden. Im 1561 Jahre hat Cieco seine Calisto, vorstele len lassen, ob sie wohl erst 1582. gedrucket worden. Darauf hat 1563. Albert Lollio, dem Herzoge Alfonsus von Ferrara zu liebe, nach jenem Muster, die Aretusa gemacht, die er Comedia Pastorale genannt. Bis endlich im 1573. Jahre der Amintas des Torquato Tasso, als eine Favola Boscareccia, zu Venedig ans licht getreten; worauf denn endlich des Guarino sein Pastor Fido, und des Buonarelli Filli de Ccc 4

Sciro

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