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Encyklopädie

der

philosophischen Wissenschaften

im Grundrisse.

E r ft e r T h e il.

i e. Log í k.

Herausgegegeben und nad Anleitung der vom [Verfasser gehaltenen

Vorlesungen mit Erläuterungen und Zusäßen versehen

von

Dr. Leopold von Henning.

Zweite Auflage.

Mit Königl. Würtembergischem, Großherzogl. Hessischem , und der freien Stadt

Frankfurt Privilegium gegen den Nachdruck und Nad)druds-Verkauf.

Berlin, 1843.
Verlag von Dunder und Humblot

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Vorwort des Herausgebers.

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Bei dieser neuen Ausgabe von Hegels Encyklopädie der philosophischen Wissenschaften war das Geschäft des Herausgebers in sofern zunächst dasselbe, wie bei der neuen Ausgabe der Rechtsphilosophie, als es sich auch hier darum handelte, ein Kompendium, dessen sich der Verfasser bei seinen Vorlesungen bedient, nach Anleitung dieser Vorlesungen, mit erläuternden Zusäßen zu versehen. Da indeß der selige Hegel, während seiner dreizehn= jährigen Wirksamkeit an der hiesigen Universität, nur zweimal die philosophische Encyklopädie vorgetragen (das erste Mal gleich beim Antritt seines hiesigen Lehramts im Wintersemester 181% und dann zum zweiten Mal im Wintersemester 1839) und derselbe demnächst den größern Theil der in diesen Vorlesungen gegebenen Erläuterungen zu den SS. der ersten Ausgabe des vorliegenden Kompendiums, in der Form von Zusätzeu und Anmerkungen, in die im Jahr 1827 erschienene und dadurdy bedeutend erweiterte Ausgabe aufgenommen hat, so fand sich sowohl in den von ihm hinterlassenen Papieren als auch in den nachgeschriebenen Heften nur sehr wenig Material zu weiter erläuternden Zusäßen. Dabingegen gewährten in dieser Beziehung eine um so reichere Ausbeute die von Hegel über die einzelnen philosophischen Disciplinen wiederholt gehaltenen Vorlesungen.

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Was hierbei zunächst die Logik anbetrifft, welche nächst
der allgemeinen Einleitung zur philosophischen Encyklo-
pädie den Inhalt des hier erscheinenden ersten Bandes
bildet, so ist dieß diejenige philosophische Discipliit, welche
Hegel am häufigsten (in der Regel in jedem Sommer-
semester) vorgetragen hat. Das Aeußere seines Verfah-
rens bestand hierbei darin, daß er den betreffenden Ab-
schnitt seines encyklopädischen Kompendiums zur Grund-
lage seiner Vorlesung machte, sodann aber die abzuhan
delnde Disciplin, in der Regel ohne specielle Rücksichtnahme
auf die Fassung der einzelnen SS. und der darunter be-
findlichen Erläuterungen, im zusammenhängenden Vortrag
erplicirte und durch Beispiele erläuterte. In den nadh-
geschriebenen Heften findet sich hiernach zum großen Theil
derselbe Inhalt wie im Kompendium, nur in größerer,
vornehmlich das Interesse der Popularisirung berücksichtigen-
der Ausführlichkeit. Die Aufgabe des Herausgebers be-
stand hierbei zunächst darin, aus den zur Benußung ge-
zogenen Heften diejenigen Erörterungen und Beispiele
zusammen zu stellen, welche als zur Erläuterung der im
Kompendium enthaltenen SS. und Anmerkungen besonders
geeignet erschienen. Ob nun schon bei diesem Geschäft
fortwährend darauf Bedacht genommen wurde, die eige-
nen Wendungen und Ausdrücke Hegels wieder zu geben,
so lag es doch in der Natur der Sache, daß hierbei eine
äußere diplomatisdhe Genauigkeit nicht zum Hauptgesichts-
punkt gemacht werden konnte, sondern daß vor allen Din-
gen dafür gesorgt werden mußte, das in den verschiede-
nen Heften verschiedener Jahrgänge zerstreute Material
in der Art zu einem in sich zusammenhängenden Gan-
zen zu verarbeiten, daß dadurch denjenigen, die ohne son-
stige Vorübung im philosophischen Denken sich zuerst an
das Studium der spekulativen Logik begeben, die bei der
Schwierigkeit dieses Studiums so wünsdyenswerthe Hülfe
geleistet wird.

Der Herausgeber hat auch in der Verfolgung dieses
Zweds, da wo das unmittelbar vorliegende Material
nicht ausreichte, keinen Anstand genommen, die erforder-
lich scheinenden Erläuterungen aus seiner Erinnerung zu
vervollständigen, wie solches ins Besondere mit manchen
in den Zusäßen zu den beiden ersten Abschnitten beige-
brachten Beispielen und nähern Ausführungen der Fall ist.
Wenn nun auch die Erwähnung dieses Verfahrens bei Fern-
stehenden einiges Bedenken über die durchgängige Aecht-
heit des Mitgetheilten erregen möchte, so hofft der
Herausgeber doch, daß ihm von solchen, die mit Hegels
Denkweise, seys es durch den Besuch seiner Vorlesungen,
oder durch das Studium seiner Werke, näher vertraut
sind, das Zeugniß der innern Treue und Zuverlässigkeit
nicht wird versagt werden.

Daß übrigens bei dem bier erwähnten Verfahren
nicht zu weit gegangen und die Gränze des Erlaubten
nicht überschritten worden, dafür dürfte auch der äußere
Umstand sprechen, daß bei den spätern Abschnitten des
vorliegenden Kompendiums, zumal gegen das Ende hin,
die Zahl und der Umfang der gelieferten Zusäße bei
weitem geringer ausgefallen ist, als bei den frühern
Abschnitten, welches darin seinen Grund hat, daß Hegel
bei seinen Vorlesungen über die Logik, ohne Zweifel plan-
mäßig, die spätern Abschnitte immer viel kürzer zu be-
handeln pflegte, als die früheren, weshalb denn auch in
den nadygeschriebenen Heften sich, außer der nur wenig
variirten Wiederholung dessen, was im Kompendium ent-
halten ist, in der Regel nur kurze und vereinzelte Erläu-
terungen der abgehandelten Gegenstände finden. Es hat
nicht fehlen können, daß diese Behandlungsweise auch bei

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