Page images
PDF
EPUB

Ein neues Siegfriedsmärchen. Von Rassmann. Mittheilung eines aus dem Kreise Ziegenbain_in Kurhessen stammenden Siegfriedmärchens und Besprechung einzelner Punkte, die zur Ergänzung der Siegfriedssage dienen.

Zu Wodan. Von A. Rassmann. Kurze Bemerkung, dass Rassmann zu Amenau in Oberhessen einen llund, Namens Wodan getroffen, auch gebört habe, dass in der Nachbarschaft derselbe Name vorkomme.

Biten und Gebieten. Von Zingerle. Sammlung von Stellen, in denen bitten und bieten, Bitte und Gebot, bitten und begehren, bitten und flehen bei mitteldeutschen Schriftstellern verbunden vorkommen.

Zur Däumlingssage. Von Karl Schenkl. Vergleichende Bemerkungen über das deutsche Märchen und ähnliche schon bei den Griechen vorkommende Züge desselben. Berlin.

Dr. Sachse.

Program mensch a u.

Solution des difficultés que présente l'accord du participe passé

dans la langue française. Von Fr. Haa se. Programm der höheren bürgerschule in Lauenburg i. P. 1862.

Erst neulich ist in diesen blättern darauf hingewiesen worden, dasz eine in einer fremden sprache abgefasste abhandlung in einem schulprogramm nur den zweck baben kann, zu zeigen, dasz der verfasser so weit in die betreffende sprache eingedrungen ist, um dieselbe auch schriftlich handhaben zu können. Leider aber beweisen diese schriften häufig genug gerade das gegentheil; so auch die vorliegende. Wis glauben dies am besten darthun zu können, wenn wir eine stelle daraus wörtlich abdrucken und mit einigen noten begleiten.

Nachdem der Verfasser im Anschluss an Beckers Organismus gezeigt hat, dasz die verba devoir, pouvoir, vouloir etc. gewöbnlich nicht eigentlicb transitive verba sind, sondern vielmehr dazu dienen, eine beziehung zwischen ihrem subject und dem ihnen folgenden infinitiv auszudrücken, und dasz deswegen das object nicht von ihnen abhängt, wenn ein infinitiv entweder ihnen folgt oder nach ihnen zu ergänzen ist, fährt er S. 7 fol. gendermaszen fort:

„B. Des participes passés vu, entendu, senti.“ „Les verbes voir, entendre, sentir se présentent sous un différent') point de vue. Jamais l'infinitif ne peut être, proprement dit, ?), le régime direct de ces verbes. Ils ne servent pas à signifier 3) l'action de l'infinitif comme un pro:luit de quelque affection') du sujet, et ce n'est ni la volonté, ni la nécessité, ni l'imagination, etc. du sujet :) qui ait causé 6) cette action exprimée ;) par le verbe à l'infinitif; mais l'action peut se faire sans aucune influence du sujet; elle en est tout indépendante et pourrait même se passer contre la volonté ou une autre affection du sujet. 8) Pour cette

cause,

1) Falsche stellung. ;) Was soll das heiszen? Der Verf. meint wol le véritable sujet. 3) Signifier heiszt nicht bezeicbnen. 4) Affection wird allerdings in diesem sinn gebraucht, namentlich im pluralis, gibt aber bier doch zu groszer zweideutigkeit anlass. 5) La nécessité du sujet? 6) Modus und tempus sind falsch

7) Entweder l'action exprimée u. s. w. oder einfach cette action. 8) Diese ganze stelle von „Jamais l'infinitif" an ist völlig unklar, la der Verf. nicht sagt, von welchem Infinitiv er spricht; er meint aber denjenigen, welcher den verben voir etc. folgen kann; dies muss man daraus abnebmen, dasz er eine starke quartseite früher sagt, es gebe vei ba, welchen ein infinitiv ohne präposition folgt. ·

sens.

chose, ') les participes passés des verbes voir, entendre, sentir ne sont pas incorporés avec ?) l'infinitif et ne sauraient signifier telle 3) relation entre le sujet et l'infinitif que les verbes devoir etc. Comme ils marquent l'action

de que soit s) rendu actif? Or, pour faire valoir leur action, o), les sens ont besoin d'un objet hors d'eux; car s'il n'y en avait point, à quoi seraient-ils bons??) Cetie action, il est vrai, peut se diriger vers le sujet d'où elle sort, 8) et auquel les sens appartiennent, mais alors celui-là o) semble être divisé en deux de sorte que l'une ") partie en est active, tandis que l'autre en 11) est passive: les verbes transitifs voir, entendre et sentir deviendraient donc des verlies pronominaux accidentels, dont il n'est pas ici question. Nous aimerions mieux '2) parler d'un objet différent du sujet d'où sort l'action des

Il faut que celui-là 13) soit exprimé ou par un nom ou par un pronom, car les sens demandent quelque chose de positif, sur lequel"*) ils puissent agir, et l'abstraction telle quelle s'exprime par l'infinitif d'un verbe, ne leur vaudrait rien 15) quoiqu'elle 'suffise aux verbes devoir, pouvoir etc. C'est là l'essence des sens 1C) qu'ils mettent 17) l'homme en rapport avec les objets concrets du monde extérieur. Dans notre cas, pourtant, où les participes passés des verbes en question sont suivis d'un infinitif, il reste à remarquer quelque chose de plus. Non seulement le sujet, dont les participes passés avec l'auxiliaire avoir forment l'attribut 18) dirige l'action de ces 19) sens vers un objet hors de lui, mais il faut encore que cet objet soit actif, c'est-à-dire, exprimé par une phrase; 20) il en deviendrait le sujet 21) qui a pour attribut un moile fini de l'infinitif 22) suivant les participes de nos verbes.

Diese Stylprobe wird wol genügen.

Was den inhalt anbetrifft, so besteht derselbe eigentlich nur aus einer wiederholung dessen, was sich in jeder leidlichen grammatik findet.

2) Chose klingt doch gar zu nichtssagend; raison lag ja so nabe. 2) d. 3) une relation ... comme; signifier ist auch hier falsch. *) lui-même. 5) est. 6) Eine sehr gespreizte wendung; auch will der Verf. wol von der activité der sinne und nicht von einer action derselben sprechen. ") Eine böchst richtige bemerkung; was bat dieselbe aber init der grammatik zu thun. 8) Die handlung geht vom subject aus, und ausgehen heiszt sortir, das steht ja in jedem Wörterbuch. 9) il, oder besser ce sujet. 10) qu’une. '') unnötbig. 12, Wozu der Conditionnel? Auch handelt es sich nicht darum, zu wissen, was der Verf. lieber thut. 13) wer? was? 1) quoi. "s) Was heiszt das? 16, Was für eine kakopbonie! '7) de mettre. 18) Ein ganz unklarer satz; durch die passivische construction würde der sinn gleich deutlich. 19) des. 20) Actif unit exprimé par une phrase ist also dasselbe. 21) Ganz unklar; worauf bezieht sich il und en? 22) Un inode fini de l'infinitif ist uns bis jetzt noch nicht vorgekommen.

SO

Miscellen.

Ein Brief Uhland's über die Quellen seiner Romanzen. *)

Entschuldigen Sie, geehrtester Herr, wenn ich Ihre Anfragen vom 26. Juli erst heute beantworte. Nach 15monatlicher Abwesenheit von Hause war so Manches bei der Zurückkunft in Ordnung zu bringen.

Klein Roland hat zur Quelle eine Erzählung in nachbezeichnetem Buche, einer Art von spanis, hem Decamerone: Noches de Inuiernò, Winternächte etc. Aus dem Spanischen in die Teutsche Sprach versetzet etc. Durch Matthaeum Drummern von Pabenbach. Nürnberg, Verlegis Job. Leonhard Buggel. 1713. 12. Das Abenteuer des jungen Orlando findet sich dort im achten Cap. S. 359 ff. Die Form: Orlando deutet auf italianische Abkunft, die spanische wäre Roldan; ich habe die Reali di Francia nicht zur Hand, um darin nachzusehen. Eine ältere, in der Grundlage verwandte, sonst aber bedeutend verschiedene Darstellung aus Rolands Knabenzeit ist, nach meiner Abschrift aus dem Cod. Paris reg. 7188, gedruckt in den Zusätzen folgenden Buchs: Der Roman von Fierabras. Provenzalisch. Herausgeg. von Immanuel Bekker. · Berlin, bei G. Reimer. 1829. 4. S. 156 ff.

Roland Schildträger ist Erfindung, angeregt durch die Beschäftigung mit der Karolingischen Heldensage.

Auch der Schenk von Limburg hat keinen bestimmten Sagengrund und ist veranlagst durch eine Figur in der Kirche zu Gaildorf und die Deutung derselben aus der Phantasie meines Freundes Justinus Kerner.

Zu Eberhards Weissdorn weiss ich keine frühere Erwähnung der Sage anzugeben, als die in Zellers Merkwürdigkeiten der Universität und Stadt Tübingen. Tüb. 1743. 8. S. 268 ff. Vergl. auch Sattlers Historische Beschreibung des Herzogthums Wurtemberg. Stuttgart und Esslingen. 1752. 4. 2. Theil. S. 52. In Martini Crusii Annal. Suevic. P. III. Lib. XII. (Francof. 1596 fol.) p. 769 ist zwar der mächtige Hagdorn beschrieben, seines sagenhaften Ursprungs aber nicht gedacht.

Dass Sie zu der vorbereiteten Sammlung *) soviel möglich die älteste Quelle jeder einzelnen Sage 'angeben wollen, ist iiberaus verdienstlich Man

*) Sind auch die einzelnen Notizen dieser brieflichen Mittheilung Uhlands theils in den von mir herrührenden „Anmerkungen“ zu Simrocks .geschichtlichen Sagen « Frankf. Brönner. 1850, theils in meinen „Quellenangaben und Bemerkungen zu Karl Simrocks Rheinsagen und Alex. Kaufmanns Mainsagen.“ Köln. Heberle. 1862, unter die betr. Nummern ver. theilt, bereits benützt worden, so dürfte doch obige Gesammtmittheilung des verewigten Dichters nicht ohne Interesse sein, da sie einen höchst fördernden Blick in die Werkstätte seines dichtgrischen Geistes gewährt. – Ich bemerke noch, dass der Inhalt des Briefes von vorne herein für die Oeffentlichkeit bestimint war, wessh:lb in dem Abdruck desselben keine Tactlosigkeit liegt, wie sie heut zu Tage so häufig in Bezug auf briefliche Mittheilungen bedeutender Personen vorkommt.

*) Bezieht sich auf die „Anmerkungen“ zu Simrocks „geschichtlichen Sagen.“ – Zu der Herausgabe der „Quellenangaben“ etc. hat mich namentlich der oben ausgedrückte Wunsch Uhlands bestimnit, und findet man darin S. 85 ff. eine Abhandlung über die Lurleisage, auf welche hin einige frühere Vertheidiger ihrer Echtheit, wie z. B. Wolfgang Menzel. Lit.-BI. 1863. Nr. 15 ihre Ansichten aufgegeben oder doch bedeutend modifizirt haben.

vermisst solche Nachweisungen hauptsächlich für die zahlreichen und schönen Rheinsagen. Wo findet man z. B. eine Aufzeichnung der Lurleisage, die noch wirklich aus der Vorstellung des Volkes stammt, nicht erst aus Reisebüchern und neueren Romanzen? So gibt auch das Elsässische Sagenbuch den eigentlichen Sagenbestand meist nur in den Anmerkungen, doch höre ich, die wackern Stöber seien auch mit einer Sammlung im Sinne der. jenigen von Grimm, Wolf, Müllenhoff u. A. beschäftigt. Die freie Dichtung hat ibr unbestreitbares Recht, sich der vorhandenen Ueberlieferungen neugestaltend zu bemächtigen. Allein diese sind doch nicht lediglich rohe Štoffe; ihr reines Gepräge, ihre ursprüngliche Bedeutung, ihr weitgreifender Zusammenhang im grossen Sagengebiete geht aber nicht selten in der poetischen Bearbeitung verloren, darum muss, es nicht zu spät ist, das gewissenhafte Sammeln und Forschen rettend und treubewahren'i thätig sein.

Noch sage ich Ihnen, wenn auch verspätet, meinen herzlichen Dank für die gefällig zugesandte Geschichte der ältesten Aebte von Heisterbuch. Möge das grössere Werk, zu dem sie gehört, nun bald an las Licht treten. Auch Simrock bin ich sehr dankbar für die freundlich gefertigte Abschrift des Liedes von den Reichsstädten. Ich babe dieses vor Jahren selbst auf der Kölner Gymnasialbibliothek und seitdem eine andere vielfach abweichende Recension desselben kennen gelernt. Ihnen Beiden meine besten Grüsse!

L. Uhland.
Tübingen, 18. Aug. 1849.

Alexander Kaufmann.

WO

בעל von בעולה ist Druckfehler und soll heissen "בעל von בצולה, ונן .p

Nachlese zu Dr. Hoppe's Beiträgen zur englischen Lexico

graphie im Archiv XXXIV. Bd. 1. und 2. Heft.

p. 108 ,Bock-fare“ bedeutet nicht: „Das Geld, das der Kutscher vlafür berechnet, dass er vor das Haus fährt, sondern einfach für die Rückfahrt, die er nach dem entfernteren Droschkenstand berechnen könnte.

p. 110 „furbelowed“ bedeutet nicht gerade „mit Falbel verbräint,“ son-. dern wird ebenso wohl von jedem andern Stoffe gebraucht, mit welchen die Frauenkleider unten befalbelt sind. So ist's auch in dem Wörterbuche bereits angegeben.

. 1!1 “ Die einzigen beiden anderen Druckfehler sind „Bisds eye“ siatt „Bird's eye“ (p. 112) und „promptor“ statt „prompter“ (p. 114).

p. 121. Der Vorname eines Juden heisst: first name.

ibid. „to cicerone“ soll Synonym für das sonst übliche to „lionise“ sein. To lionise aber heisst: Jemand zum lion machen oder auch die lions eines Ortes besichtigen.

p. 122. Wesshalb der Satz Jem fights for a close“ durch „he tries to get him in chancery“ erläutert werden soll, ist mir nicht erklärlich. Falls letzteres etwa eine slang-Redensart der Faustkampfer sein sollte, so ist die Erklärung jedenfalls unverständlicher, als das Erklärte. Mir ist die Redensart unbekannt.

p. 127. „to cradle“ hat ausser der bei L. gegebenen Bedeutung, über deren Richtigkeit ich kein Urtheil zu fällen vermag, auch die des Sichtens des Sandes beim Ausgraben des Goldes. An der betreffenden Stelle jedenfalls nur diese.

p: 129. „curl.“ Die play bill wird desshalb als curl-paper bezeichnet, weil das Papier dazu sehr dünn ist und sich darlurch wohl auch zu Haarwickeln für Damen eignet.

« PreviousContinue »