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b) Verwandt damit ist die Schluss an rede an die Musen, von der wir schon oben, bei Besprechung der Goethe'schen Elegie „Alexis und Dora,“ ein Beispiel kennen gelernt haben.

c) Auch noch in anderer Weise kann sich der schliessliche Rückblick des Dichters vom Gegenstande auf sein Lied oder seine Kunst gestalten, wie z. B., wenn Geibel „Im April“ mit der Klage abschliesst, dass er heuť den rechten Ton nicht finden könne, den milden, feuchten Frühlingsabend zu besingen.

d) Ein ander Mal nimmt der Dichter nicht sowohl vom Liede, als vielmehr vom Gegenstande desselben Abschied. Dies ist eine stereotype Schlussformel für die Homerischen Hymnen, womit sich dann gewöhnlich zugleich ein Rückblick des Dichters auf seine Gesangeskunst verbindet. So schliesst z. B. der erste Hymnus „Auf Apollon:“ Und nun lebe mir wohl, du Sprössling des Zeus und der Leto!

Aber ich werde so Dein, wie anderer Lieder gedenken.

e) Der einfassende Rahmen, dessen mehrmals gelegentlich Erwähnung geschehen, kann doppelter Art sein. Er kann sich entweder durch ein abweichendes Metrum, oder durch den Gegenstand vom Ganzen unterscheiden. Häufig verbindet sich Beides. Als Regel lässt sich aufstellen, dass eine solche Einrahmung allein nicht genügt, um ein Gedicht als einheitliches Ganzes erscheinen zu lassen; sie soll nur unterstützend wirken, um die innere Einheit stärker hervorzuheben.

f) Die Zurundung eines Gedichts durch völlige oder theilweise Wiederholung der Anfangsstrophe am Schluss findet am häufigsten in Gedichten Anwendung, die den Gedanken- und Empfindungsgehalt zu Anfange bestimmt und concentrirt aussprechen, dann sich im Innern durch Specificirung und Exemplificirung gliedern und mit dem Wiederzusammenfassen des Inhaltes enden.

g) Eine gewisse Verwandtschaft mit der Wiederholung der Anfangastrophe hat der Refrain, der jedoch mehr Archiv f. n. Sprachen. XXXV.

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der strophischen Gliederung, als dem Abschlusse des Gedichtes dient. Eine nähere Betrachtung desselben gehört in die Lehre von der äussern Gliedererung lyrischer Gedichte.

h) Was endlich das Ausschwingen der dialogisch abgefassten lyrischen Gedichte in rascherm Redewechsel betrifft, so ist dies besonders an seinem Platze, wenn sich die Gefühle gegen den Schluss hin steigern, wie in Goethe's Gedicht „Der neue Pausias und sein Blumenmädchen,“ wo jedoch die lebhaftere Oscillation des Vers um Vers absetzenden Dialogs bis ganz zum Ende hätte fortdauern, und nicht zuletzt wieder dem Wechsel von Distichen Platz machen sollen.

H. Viehoff.

Beiträge
zur englischen Lexicographie.

VI. Artikel

Fortsetzung aus XXXIV. p. 136 sqq.

ear.

Dick. Gr. Exp. II, 16 to laugh from ear to ear, über's ganze Gesicht lachen.

the Easter recess in parliament, kurze Ferien für die Osterfeiertage. Novels and Tales repr. fr. Househ. W. I, 71.

easting. Macm. Mag. Jan. 1861 p. 232: we had run down our easting, and were well up for the Strait. Ob nur das Fahren ge

gen Osten?

editorial management, die Redaction eines Blattes.

egg, ass full as an e., auch so ohne das sonst gewöhnliche 'of meat, was L. hat. Macm. Mag. Apr. 1861, 471: a room as full as

an egg.

election. Dickens Gr. Exp. I, 191: I doubt if they (the words) bad more meaning in them than an election cry, and I cannot suggest a darker picture of her state of mind. Schlagworte, als Feldgeschrei bei Wahlen, wie: „Deutschlands Einheit“ bei den Liberalen, oder „persönliches Königthum,“ , parlamentarisches Regiment“ auf der andern Seite.

eldrich. Macm. Mag. Octbr. 1860 p. 448: an eldritch grin und 449: more eldrich and weirdly still was the laughter of Jock than his solemnity. Scott, Fort. of Nig. III, 109: an eldritch screech; Hogg Winter Evening Tales II, 32: who was screaming out murder, fire, and ravishment, in a voice so loud and so eldrich, that P.'s ears were deafened. Uebernatürlich, unbeimlich; ein Synonym von eirie (Arch. XXX, 402) und aus dem dort angegebenen Grunde, wie jenes in's Englische hinübergenommen. Jamieson Scottish Dict. giebt: Elrische, elriche, elraige, elrick, alrish, alry: 1. expressing relation to evil spirits. 2. preter natural, as regarding sound. 3. hideous, respecting the appearance. 4. frightful, respecting place. 5. uncouth ; in relation to dress. 6. surly, austere. 7. fretted; applied to a sore; und erklärt es etymologisch : alf and rich; 8. abounding in elves.

else. Margaret and her Bridesmaids p. 166: Very true, my dear; besides, if one has not a good opinion of oneself, who else will, I should like to know? Who else, Flo? What grammar! – Grammar or not, Lotty, it is language pretty well understood by those who would rather not understand it. Wo liegt der grammatische Fehler?

end. he looked out of the window for two hours on end. No. vels and Tales fr. Househ. W. I, 268. Ein slang-Ausdruck für: in einem Zug.

enemy. Entsprechend der XXVIII, 402 gegebenen Bedeutung spricht man auch von killing the enemy statt time. Novels and Tales fr. Househ W. I, 274 steht auch bloss : how goes it, für: Was ist die Uhr?

enough. Cornh. Mag. May 1861 p. 521. there was many a strong enough argument, ib. 528: he was not a methodical enough

Diese Stellung des Wortes ist nicht elegant, sondern familiär, aber ausserordentlich häufig. Elton Below the Surf. 7: it's a serious enough matter for me. Bulw. My Novel II, 279: Nay my dear Lord, it is a common change enough with etc.

entail. Below the Surf, by Elton p. 24: the father and son cut off the entail of the burdened estate zeigt schon, dass L.'s Bedeutung ,,enterben“ ganz irrig ist. entail ist die Bestimmung, dass bei der Vererbung des Gutes nicht die allgemeinen Gesetze der Erbfolge gelten, sondern dass dasselbe nur auf leibliche Erben übergeht, ‘an entail goes only tho the direct heirs of the body, not to the heirs in general'. Wer ein entail erbt, besitzt es für Lebenszeit; nach seinem Tode geht es, wenn es 'in tail male' ist, auf seinen oder seines Vorfahren nächsten Leibeserben, also zunächst auf seinen Sohn: stirbt er aber ohne solchen, so geht das entail vielleicht auf eine ganz andre Linie über. to cut off the e. heisst also, diese Bestimmung aufheben, so dass die gewöhnliche Erbfolge eintritt: dies kann jeder Besitzer thun, nur

man.

ist die Zustimmung des nächsten Erben dazu erforderlich; es kann also nicht geschehen, so lange dieser z. B. minorenn ist. In der Regel werden (da fast alle in tail male gehen) Vater und Sohn zusammen den Act vollziehen, wie in obigem Beispiel. Nur solche entails können nicht aufgehoben werden, wo das Land von der Nation gegeben ist, wie bei den Gütern des Herz. v. Marlborough und des Herz. v. Wellington; sie sind vom Hause der Gemeinen gestiftet, und könnten also nur durch eine Parlamentsacte verwandelt werden.

epigramme. Fowler South. Lights and Shad, 35: You may see him daily at some favourite French houri taking his epigramme of lamb and pale sherry.

erect as a dart. Novels and Tales fr. Househ. W. II, 205.

evangelical, evangelicism, ist nur ein anderer Name für Low church und was ihr angehört; es knüpft sich ein Gedanke an Pietismus daran.

excess baggage. Ueberfracht.

exchange. to gain the e., die Qualität im Schach gewinnen, d. b. einen Thurm gegen den eigenen Läufer abtauschen.

exercise. the probationary exercise, eine von den mannigfachen jetzt sinnlosen Formen, die bei Erwerbung gewisser Aemter u. dgl. beobachtet werden müssen. Dies soll eine Art Examenarbeit für die barristers sein. Nach Novels and Tales fr. Househ. W. II, p. 259 lässt der Betreffende es sich in der Regel von einem andern schreiben und liest es nur der Form wegen vor; bei der Gelegenheit findet nach jener Stelle a presentation of a pound of sweetmeats and a bottle of Madeira' statt. Dies ist im Middle Temple wenigstens nicht der Fall: hier ist das 'keeping the erxercises' eine gleich sinnlose Formalität; vor dem in der grossen Halle stattfindenden Mahle der Templars hat der Candidat sich an einer bestimmten Stelle zu melden mit den Worten: I want to keep my exercises. Der betreffende Beamte schreibt seinen Namen auf und giebt ihm einen Zettel, auf dem eine bestimmte Rechtsfrage verzeichnet ist. Dieselbe ist indess durch vielfaches Abschreiben seitens der Copisten in der Regel so entstellt, dass völliger Unsinn darin enthalten ist. Einer der benchers ruft dann: Gentlemen, your dinner! Der Candidat geht zu ihm, und liest, was eine Beantwortung der Frage sein soll: aber nach den ersten drei bis vier Worten macht ihm der andere Herr eine Verbeugung, und damit hat die Ceremonie ein Ende. Schnurriger noch ist eine andere Form; das `dan

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