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Von der Fakultät genehmigt am 8. Dezember 1906.

Meinen Eltern

gewidmet.

183405

Vorwort.

Mit den Ideen, die das 18. Jahrhundert auf allen Gebieten, auf dem kirchlichen und politischen sowohl als auch auf dem literarischen bewegten, stand Johnson in scharfem Gegensaß, der Art, daß uns in ihm eine durchaus reaktionäre Erscheinung entgegentritt. Als Highchurchman, der eifrigst die Autorität der Kirche verfocht, war er auf die Deisten und Freidenker, die «Libertines», sehr schlecht zu sprechen. Nicht geringer war sein Groll gegen die Whigs und die Rousseauisten, von denen er den Umsturz alles Bestehenden befürchtete. Völlig fremd stand er auch der heranwachsenden Dichtergeneration gegenüber. Für die Natur, der sich diese mit frischer Lust und Liebe zuwandte, hatte er kein Auge. Während die Jüngeren, das Vorbild der Alten außer Acht lassend, vor allem auf die nationale und vollstümliche Dichtkunst zurückgriffen, hielt er mit zäher Kraft an der Autorität der Alten und an der durch die Franzosen vermittelten klassizistischen Geschmacksrichtung fest, die in ihm in England ihren legten kraftvollen Vertreter finden follte. Überall vertritt Johnson die aus dem 17. Jahrhundert überlieferten Anschauungen, die er gegenüber den revolutionären Bestrebungen des 18. Jahrhunderts aufrechtzuhalten sucht.

Dieser Standpunkt kommt auch in seinem Verhältnis zur französischen Literatur zur Geltung. Er erklärt uns, weshalb für Johnsons enge literarische Beziehungen zu Frankreich in erster Linie nicht seine französischen Zeitgenossen in Betracht kommen, sondern die Autoren des 17. Jahrhunderts. Mit den französischen Schriftstellern seiner Zeit beschäftigt er sich im allgemeinen nur um sie zu bekämpfen. So ergab sich für unsere Untersuchung die Einteilung des Stoffes nach Jahrhunderten als die nächstliegende.

Besonders nahe standen ihm Boileau, dessen kritischem Urteil er eine große Bedeutung zumaß, und La Bruyère. Wir versuchten darzutun, wie stark Johnson in seinen moralischen Zeitschriften von diesem Moralisten beeinflußt wurde, und die bemerkenswerte allgemeine Übereinstimmung in den Anschauungen der beiden

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