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theilt haben.

Die Nachrichten von verschiedenen neuern

Schriftstellern, als Mercier, Marmontel, Condorcet, Vergniaud, wird man unbefriedigend finden; es ist uns aber aller angewandten Mühe ungeachtet, nicht möglich gewesen, etwas Vollständigeres zu liefern. Im Ganzen schmeicheln wir uns, dass man in den kleinen Gemälden, die sich vor den ausgehobenen Stücken jedes Schriftstellers befinden, die Hauptumrisse seiner literarischen Physiogno

mie erkennen werde.

Vielleicht vermissen unsere Leser ungern Proben aus

den Briefen der Sévigné und der Ninon, aus den Romanen des Prévột d'Exiles, Marivaux und Cré

billon des jüngern, aus den philosophischen Schriften des Malebranche, Bayle, Pouilly de Pamier und Hem

sterhuis, und aus verschiedenen andern klassischen Wer

ken. Es war aber, der besondern Rücksichten nicht zu

gedenken, aus welchen wir manchen dieser Schriftsteller nicht aufnehmen konnten, bei der Eingeschränktheit des Raus unserer Sammlung nicht möglich, mehr zu geben, als man darin findet.

Eine Folge vom Leichteren zum Schwereren wird man in einem für Geübtere bestimmten Lesebuche, wie das

unsrige, nicht erwarten. Uns konnten also bei der Anord. nung der Schriftsteller nur zwei Rücksichten leiten, sie entweder chronologisch, oder, wie im Handbuche der englischen Sprache, nach dem Inhalt der ausgehobenen Stücke aufeinander folgen zu lassen. Das letztere war deshalb nicht zweckmässig, da wir von manchem Schriftsteller gerade in seinern Hauptwerke kein passendes Stück finden konnten; und das erste hatte auch manches Unbequeme. Wir sind daher einer blossen Convenienz gefolgt, werden aber am Ende des zweiten, den Dichtern gewidmeten, Theils ein nach der Zeit folge geordnetes Verzeichniss' der sämmtlichen Schriftsteller beider Theile liefern.

Ein Haupterforderniss eines solchen für den Unterricht in einer fremden Sprache bestimmten Buchs ist Coirektheit, und wir können versichern, dass wir uns alle Mühe gegeben haben, unserem Handbuche diesen Vorzug zu geben. Es war uns aber bei der Schwierigkeit der Correctur eines Werks, das mit so kleinen Typen gedruckt ist, unmöglich, etwas ganz fehlerfreies zu liefern. Ueberdies musste bei der Bemühung, die äusserst verschiedene Or thographie und Accentuation der Schriftsteller, von welchen wir Proben geben, auf einerlei Norm zu bringen, Man

ches unserer Aufmerksamkeit entgehen. Die erheblichsten Druckfehler wird man am Ende des Werks angezeigt finden.

Schliesslich danken wir allen den verehrungswürdigen

Männern, die uns mit Büchern und gutem Rath unter

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Wegen der Aenderungen, die ich mir in der neuen Auflage des ersten Theils dieses mit meinem unvergesslichen Freunde, dem Oberconsistorial- und Oberschulrath Nolte,

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*) Die zweite Auflage ist 1799, die dritte 1804, die vierte 1811, die fünfte 1818, die sechste 1822, die siebente 1824, die achte 1830 erschienen. Die Vorreden zu diesen neuen Auflagen sind hier nicht wiederholt worden, weil sie nur kurz von den allmälig. mit dem Handbuche vorgenommenen Aenderungen handeln, die jetzt kein Interesse weiter gewähren. Ich bemerke nur, dass an die Stelle der in der ersten Ausgabe befindlichen Artikel. Baculard d'Arnaud, Brissot, Dumouriem, Mirabeau, Marquise de Pompadour, Raynal, Trublet und Vergniaud späterhin die Artikel Bayle, Helvétius, Laharpe, Mably, Maintenon Pascal, Rabelais, Saint-Évremond, Sévigné und Staal getreten sind. Dumouriem und Mirabeau sind in den dritten, den neueren und neuesten Prosaisten gewidmeten', von meinem Sohn, dem Dr. Julius Ludwig Ideler, herausgegebenen Theil dieses Handbuchs übergegangen. Die chronologische Ordnung der Schriftsteller ist von der sweiten Auflage an befolgt worden.

im Jahr 1796 zum ersten mal ans Licht gestellten Handbuchs der französischen Sprache und Literatur vorzunehmen erlaubt habe, verweise ich auf die Vorrede zu der im vorigen Jahre erschienenen sechsten Auflage des zweiten Theils. Sie betreffen im Allgemeinen weniger die aufgenommenen Probestücke, als die Biographien der Schriststeller, die ich mit Hülfe der vortrefflichen Biographie universelle vervollständigt und zum Theil ganz umgearbeitet habe.

Die Kenner der französischen Literatur: werden es ohne Zweisel billigen, dass statt der Artikel Crébillon der jüngere und Raynal die des Rabelais und der Frau von Staal aufgenommen sind. Crébillon hat sich nur durch eine Reihe schlüpfriger Romane bekannt gemacht, die jetzt wenig mehr gelesen werden. Die geistreichen Lettres de Madame la Marquise de Pompadour, die man ihm lange zugeschrieben hat, sollen ihm nach der Biographie universelle nicht angehören. Raynal verdiente keinen Platz in dieser Sammlung. Dass er sein in einem deklamatorischen Stil abgefasstes berühmtes Werk: Histoire philosophique et politique des établissemens des Européens dans les deux Indes nicht allein geschrieben habe, war die allgemeine Sage seiner Zeit, an deren Richtigkeit jetzt ' niemand mehr zweifelt. Wenigstens ein Drittheil gehört seinem Freunde Diderot an. Als weitere Mitarbeiter wer

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