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3 Bändchen von den Erläuterungen zu den deutschen Klassi

kern, die in Hochhausens Verlag in Jena erscheinen, liegen vor uns: Nro. 19. 22. 23.

ist;

In Nro. 19 gibt Düntzer, der in der Goetheliteratur einen bekannten Namen und philologischerseits_grosse Verdienste_hat, einen Auszug aus seinem grössern Werk über Faust, 1. Theil. Es werden im 1. Abschnitte mit Gründlichkeit die verschiedenen prosaischen und poetischen Gestaltungen der Faustsage aneinandergereiht; auch die Entwicklungsstadien der Faustpuppenspiele werden beschrieben: gewiss dankenswerth für denjenigen, welchen es interessirt, das so zu sagen präexistentielle Material zu kennen, in das der dichterische Genius als bildende und belebende Form eingezogen

zumal ohne die Kenntniss dieser Grundlage Vieles in dem wunder samen Drama entweder willkürlich erscheint oder zu unnöthigem allegorischem Grübeln Anlass wird.

Den 2. Abschnitt, der in biographischer Skizze über die Entstehung des Goetheschen Faust bandelt, könnte man entbehren, da fast Alles später vor Besprechung der einzelnen Partikelchen wiederholt wird, wenn vielleicht am Ende eine zusammenfassende Ueberschau gegeben wäre. Die Daten für die Entstehung sind bei der Bekanntschaft des Verfassers mit der betreffenden Literatur als möglichst genaue zu betrachten.

Auch was im 3. Abschnitte steht: Goethe's Auffassung der Sage und die Darstellung derselben im 1. Theil hätte passend seinen Hauptzügen nach der Besprechung des Einzelnen nachgestellt werden können; jetzt hat Vieles zweimal gesagt werden müssen. Was der Verfasser in dem Abschnitte vorzüglich will, den Faden aufzuzeigen, ist ja auch sein Hauptaugenmerk in dem 4. Theile, der die Erläuterung der ersten Hälfte des Faust gibt.

Und zwar wird bei jedem Stückchen die Fntstehungszeit möglichst genau fixirt, auch der etwaigen späteren Zusätze wird gedacht. Dann wird der Gang der Scene angegeben mit Berücksichtigung der Idee des Ganzen; in kleinen Anmerkungen am Rande werden nöthige Verbal- und Realerklärungen gegeben, auch Druckfehler älterer Ausgaben, die neueste Cotta'sche hat sich nicht mehr verbessert.

Von dem ganzen Stück hat der Verfasser zunächst die Meinung, dass jene Ansicht, welche den Dichter die Sage nur benutzen lässt, um an dieser Schnur einzelne dichterische Perlen willkürlich aneinanderzureihen, lautere Thorheit sei; dass vielmehr von Goethe ein Ganzes bezweckt wurde, wenn er auch das Einzelne häufig selbständig nach Ton und Ausführung behandelt habe. Natürlich muss auch für Duntzer die Totalität, in welcher Alles zur Einheit strebt, wo Jedes nur so viel Existenz und Raum hat, als es der Idee des Ganzen verdankt, schon nach dem eben Mitgetheilten modificirt werden. Auch harmoniren, wie er zeigt, die einzelnen Theile, wenn auch nur in Nebendingen, weder sachlich noch chronologisch überall. Und bei einem organisch gegliederten Ganzen, fügen wir hinzu, wäre sicher eine Bearbeitung, wie die des Faust, die aus den verschiedengestimmtesten Zeiten floss, wo häutig, behufs des Anschlusses der neuen Scene die vorigen nicht einmal genau durchgelesen sein können, unmöglich gewesen. Die ganze Einheit, die das Stück hat, wird daher wohl das Leben, die Seele des Verfassers selber sein, dem es gefiel, sein Eignes, sein Wesen und seine Zustände und Schicksale in den wüsten Wirbel des Faustmythus hineinzugestalten. Mehr daher in epischem Nacheinander als in dramatischer Concentration hat er uns mit Hanssachsischem Stil jene Lebensfahrt angeleutet, auf welcher er sich nach Art des platonischen Gespanns im Phädrus eines ätherischen, himmelanstrebenden und eines gemeinen Rosses bediente. Denn ähnlich wie dort jene Rosse sind in ihm selbst Faust und Mephistopheles zusammengeschirrt; und die Tragik, welche seine zwiespaltige Natur an sich erlebte, hat er, häufig, ohne den Zusammenbang nach hinten und vorn allzugenau zu berücksichtigen, an der Schnur der zauberhaften Faustsage entwickelt, bei deren Lecture schon der jugendliche Geist die Verwandtschaft spürte. Daher umfasst zugleich der Faust das ganze Leben, weil die reiche Seele eines genialen Menschen ohne allseitige Verknüpfung mit den mannigfaltigsten Verhältnissen der menschlichen Gattung nicht begriffen werden kann. Ueberall muss das Bild, welches die Aussenwelt in dem Spiegel der betrachtenden und geniessenden Seele bildet, mit erscheinen.

Also wird der Faust kein künstlerisches Drama, aber eine epische Reihe dramatischer Scenen sein, deren Band die sich nach allen Richtungen bin explizirende Individualität desselben Menschen ist: der zugleich im Stillen das Gefühl hat, wie sein Geschick nur eine Variation des grossen Thema's ist, das in der ganzen heutigen Menscheit klingt. Von Plan, von Catastrophe kann dabei nur an zweiter Stelle die Rede sein ;

es war für den Dichter selbst jedenfalls nicht das, was ihn nach den verschiedensten Unterbrechungen wieder zu dem alten Stoff zurücktrieb fast bis er die Augen schloss. Ein solches gemüthliches Interesse ist allein erklärlich, wenn der Verfasser sich selbst im Stücke wüsste; so allein wird's begreiflich, dass er in jedem Alter am Faust zu arbeiten nicht für uneben hielt: war er doch in allem Wechsel immer dasselbe Wesen, dessen Irrgänge dort sich spiegeln sollten.

Hier und da ist Etwas in Düntzers Einzelerklärung zu beanstanden.
Die Beschreibung, die der Dichter im 1. Prolog von seinem Wesen gibt,
kommt nicht zum vollen Verständniss.
Die Verse:

Wenn die Natur des Fadens ew'ge Länge
Gleichgültig drehend, auf die Spindel zwingt,
Wie aller Wesen unharmon’sche Menge
Verdriesslich durcheinander klingt,
Wer theilt die fliessend immer gleiche Reibe

Belebend ab, dass sie sich rhythmisch regt? beziehen sich schwerlich auf den Einklang „in der rhythmisch geregelten Rede und in der Verbindung der einzelnen Theile zu einem trefflich abgerundeten Ganzen,“ sondern darauf, dass der Dichter aus dem unterschiedslosen Durcheinander der Wirklichkeit plastische Gestalten heraushebt. In der Natur folgt in ewigem Einerlei, absichts- und zwecklos Eins dem Andern: der Dichter greift eine interessante Entwicklung, die harmonisch geordnet einem Ziele zuführt, aus dem Chaos heraus. Er bringt das Einzelne zur allgemeinen Weihe, indem er es zu einem Typus prägt.

Wer lässt den Sturm zu Leidenschaften wüthen?

Das Abendroth im ernsten Sinne glühn ? Düntzer: „Die wahre Ergriffenheit zeigt sich in der klarsten, endetsten (!) Ausprägung der stürmischen Leidenschaft, des tiefen Gefühls für die Schönheit der Natur.“ Die müssigen und leeren Adjective konnten fehlen. Wenn vorher wahrscheinlich vom dramatischen Dichter die Rede war, so jetzt offenbar vom lyrischen, der in poetischem Sturm seine Leidenschaften ausdrückt, ernsten, gesammelten, gehobenen Sinnes des Abendroths Glühn betrachtet und schildert. Wenn D. S. 58 behauptet, der Faust köone auch von den Verblendetsten nicht für ein Stück gehalten werden, wie es der Director verlangt, so muss dagegen gesagt werden, dass es durchaus den Vorschriften entspricht, wenn man humoristisch darüber sprechen will. Gewiss will aber Goethe nicht, „den weniger Einsichtigen irre führen!“ Dass der Dichter am Ende schweigt, erklärt D. aus dem Umstand, dass er ja doch nicht dem Director zu Willen sein könne! Das sah er vorher und schwieg nicht; aber die Scene soll aus sein, weil alle Gedanken,

alle

voll.

möglichen Auffassungen des Stücks, die der Prolog bieten sollte, erschöpft sind. Spricht denn ein Anderer noch?

Bei Erklärung des Prologs im Himmel kommt folgender Satz vor: Für das eigentliche Element des Menschen hält er (Mephistopheles) die Sinnlichkeit, wobei dieser sich halten sollte, aber statt dessen quält sich „der kleine Gott der Welt“ mit Dingen, die ihn nichts angehen, wobei er sich des Bildes vom Grashüpfer bedient. Bei dem Referat über die Stelle: „Verfluchtes, dumpfes Mauerloch“ ist folgende Parenthese zu Mauerloch für nöthig gehalten worden : er vergleicht das Zimmer mit dem beschränkten Loche von Mäusen und andern in der Erde lebenden Thieren. Wer ist so mausartig beschrankt, dass er solche Erklärung bedarf, und wenn wir's philologisch genau nehmen, wo steht etwas von in der Erde lebenden Thieren? Mau er loch! Das Baden der Brust im Morgenroth kann sich nur auf das in den frühesten, zur geistigen Auffassung geeignetsten Morgenstunden beginnende Betrachten beziehen! Weshalb wäre denn wohl irdisch noch zu Brust gesetzt ?

S. 69 heists : Faust zweites Selbstgespräch stimmt in Manchem nicht zum Vorbergehenden, denn oben hatte er bedauert, dass Wagner ihn in der Fülle der Gesichte störe, während er ihm hier dankt, dass er ihn der Verzweiflung entrissen. Die Stelle heisst aber vollständig:

Darf eine Menschenstimme hier,
Wo Geisterfülle mich umgab, ertönen?
Doch ach! für diesmal dank ich dir,

Dem ärmlichsten von allen Erdensöhnen. Entweder auch diese nebeneinanderstehenden Verse hängen nicht zusammen, was Keiner Düntzer nachsprechen wird, oder es konnte so gut als hier kurz vorher, auch schon oben der Gedanke der beiden ersten Verse ausgedrückt werden. Trotzdem dass Wagner ein ärmlicher Wicht ist, der Erscheinungsfülle gegenüber, ist er ihm augenblicklich angenehm.

► Auch entspricht die Schilderung in der unmittelbar sich anknüpfenden Strophe: „Ich, Ebenbild der Gottheit“ nicht dem im ersten Selbstgespräch geschilderten Zustand. Zwar knüpft Faust an das frühere: „Ich Ebenbild der Gottheit" an; allein dort ist „Ebenbild der Gottheit“ im ge. wöhnlichen (!) Sinn genommen, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen habe; Faust beruft sich dem Erdengeist gegenüber auf den biblischen Ausspruch, während er hier damit auf die gottäbnliche Wirksamkeit deutet.“ Gewiss unrichtig;

denn auch das erste Mal wird durch Aeusserungen wie: „Bin ich ein Gott ?“ „Ich mehr als Cherub“ dieselbe Meinung Faustens angedeutet.

S. 77 wird erklärt: „Golden heisst der Duft, die hohe Weltengegend, weil sie dem Faust der Erde gegenüber so herrlich dünkt; golden lich;“ eher wohl glänzend, kurz durchaus sinnlich zu verstehen. S. 81 werden die Teufelsnamen erklärt, darunter: Satan (Verläumder, Lügner), vor der Parenthese ist wohl diáßolos ausgefallen, denn dazu allein passt sie, za Satan: (Widersacher). Erklärungen wie S. 83: das „Genügen der Hügel“ steht für „genügliche Hügel“ sind beleidigend für Faustleser. Die Sonnen „funkeln“ nicht „wundervoll,“ wie es auf derselben Seite in der Erklärung des Geistergesanges beisst. - Woraus geschlossen werden kann, dass die „himmlischen Söhne“ sich zur Erde niederlassen, sehe ich nicht. Ihre Gewänder flattern nur übers Land. Während Fausts Schlaf verschwindet Mephistopheles; Faust erwacht:

Bin ich denn abermals betrogen?
Verschwindet so der geisterreiche Drang,
Dass mir ein Traum den Teufel vorgelogen,
Und dass ein Pudel mir entsprang.

D.:

= treff Woraus

Darin liegt nach D., dass Faust doch schon vom Geist des Bösen angeweht, dass seine reine Anschauung (?!) getrübt ist, so dass es jenem gar leicht sein wird, ihn auf den Pfad gemeiner Sinnlichkeit zu ziehen. soll man dergleichen folgern?

S. 99 befinden wir uns in der Erklärung der Kellerscene. Die Studenten ziehen die Messer und gehen auf Mephistopheles los. D. bält für nöthig hier binzuzufügen: „So endet der Spass und das Kneipen der Studenten gar häufig mit wüstem Streit, ja mit Gefährdung des Lebens.“ Für wen diese Anmerkung?

In der Hexenküche bringen die Thiere dem Mepbistopheles „mit grossem Geschrei“ eine Krone:

O sei doch so gut,
Mit Schweiss und mit Blut

Die Krone zu leimen! Sie zerbrechen sie in zwei Stücke (zufällig), mit welchen sie herumspringen.

Nun ist es geschehen!
Wir reden und (nacher) sehen,

Wir hören und reimen. In dieser absichtlichen blödsinnigen Reimerei, in der es nur auf das Versgeklingel ankommt, das die Thiere in halber Trunkenheit an das, was sie grade vorhaben, sinnlos anschliessen, findet Düntzer (S. 102) die Hin. deutung, wie die Versuche, gewaltsam die Herrschaft zu behaupten, oft die Krone in höchste Gefahr, ja zum Sturze bringen. Gerade durch den Gegensatz (zu den 3 letzten Versen) dürften sich die (3 ersten) Verse von der Krone als wirklich gehaltvoll herauszustellen.“ Die Tbiere mögen sich bei Herrn Düntzer für die Auffindung des Verstandes in ihrem Singsang bedanken.

S. 109 sagt Düntzer von Gretchens Wunsch, den Schmuck zu besitzen, es trete hier nur die reine Unschuld, die ihren unendlichen Werth nicht erkennt, bezeichnend hervor. Ich führe das an, um an dem unendlich die häufige Wahl hyperbolischer Ausdrücke, die gerade durch ihre Uebertriebenheit matt werden, zu tadeln (So: eiskalt, die Superlative, köstliche Schilderung, gemeinsinnlich etc.) Häufig ist der Erklärer der Fauststelle gegenüber zu sehr Philister. Vergl. so Seite 117, wo er über die Frage spricht, warum Faust Gretchen nicht heirathe; daher ist ihm denn auch die Brunnenscene zu „niederländisch“ gehalten.

Kurz neben vielem Hübschen und Dankenswerthen , vorzüglich in einzelnen Notizen zur Realerklärung

ist doch auch manches ungenau, willkürlich und gewöhnlich.

Aehnlich eingerichtet und beabsichtigt wie das eben besprochene sind auch die beiden andern Bändchen. ,In Nro. 22 erläutert Düntzer Herders Cid. Es wird dem Leser jener Romanzensammlung gewiss lieb sein, eine kurze und übersichtliche Darstellung von dem zu lesen, was Cid in der Geschichte war und was er allmälich durch die Sage wurde : im ersten Abschnitt gibt. Im 2. Abschnitt wird zunächst ein Ueberblick über das sogenannte Poema del Cid gegeben, das Heldengedicht, das, während sich schon die Romanzendichtung des Helden von Birar bemächtigt hatte, wabrscheinlich von einem Geistlichen abgefasst wurde. Dann verfolgt D. die Romanzenbearbeitungen. Die ältesten und ächtesten finden sich in der Silva de varios romances 1550. Herder benutzte die Sammlung der Cidromanzen von S. de Escobar 1612. Auch die Kellersche Sammlung wird besprochen. Um die philosophisch historische Einleitung vollständig zu machen, wird dann noch der Cid als dramatisches Süjet, wie er auf der spanischen und französischen Bühne sich zeigte, vor Augen geführt. Wenn nun auch Manches in dem Mitgetheilten nicht absolut nothwendig ist, um die Herdersche Bearbeitung, von der dann, namentlich ihrem Zusammenhang mit den sonstigen Bestrebungen Herders im 4. Abschnitt weitläufig geredet wird, also um diese zu verstehen, so wird es gewiss viele geben, die grade durch die Lecture derselben Interesse für all das gewonnen haben, was hier geboten wird.

was D.

Im 5. Abschnitt werden die einzelnen Romanzen erläutert mit Heranziehung des Originals und Berücksichtigung der Entstehung und Stellung.

Das 23. Bändchen erläutert Herders Legenden (Düntzer). Im 1. Abschnitt wird eine Literargeschichte der Legendendichtung in Deutschland vor Herder gegeben; dann Allgemeines über die Herderschen Legenden, ihren Zusammenhang mit seinem Forschen nach dem Geist aller Völker 'und Zeiten und ihre Entstehungsgeschichte. Im 3. Abschnitt werden dann die einzelnen Legenden erklärt und auf ihre Quellen zurückgeführt.

Ueberschauen wir das Ganze, so haben wir das Gefühl, dass auch diese Bändchen einem Bedürfniss der literarischen Welt genügen werden. Auch sie geben Alles, was der Leser neben der Vertiefung in die poetische Schönheit äusserlich über Stoff und Genesis des Vorliegenden wissen möchte, in kurzer, ziemlich vollständiger Zusammenstellung. Sie werden daher wohl von selbst ihre Leser finden und bedürfen kaum unserer Empfehlung

E. Laas.

August Boltz. Gedichte und Uebersetzungen nebst beigefügten

Originaltexten. Berlin. 1860. Henri Sauvage.

Einem vielseitigen Kenner der Sprachen begegnen wir hier in diesem Büchlein als Dichter und Uebersetzer von Gedichten.

Im Einklange mit sich selbst sein ist eine prächtige Sache und so steht denn auch der Mezzofantismus des Verfassers im Einklange mit dem Mezzofantismus des vorliegenden Bändchens, in welchem nicht nur die in der Aussenwelt jetzt so abstossenden Nationalitäten in deutschem, schwedischem, dänischem, holländischem, französischem, italienischem, sicilianischem, altprovenzalischem, neuprovenzalischem, russischem, böhmischem, serbischem, ja selbst in dem in Norddeutschland sonst nur auf dem prosaischen Gebiete der Mäusefallenfabrikation bekannten slovakischem Costume friedlich neben einander wohnen, sondern in dem auch der Verfasser als deutscher , englischer, spanischer, russischer Originaldichter und ebenso als polyglotter Uebersetzer auftritt.

Non omnia possumus omnes; auf deutsch: Wer kann alle diese Sprachen kennen? mit diesem Ausspruche möge der Verfasser entschuldigen, dass diese Zeilen, die eine Recension werden sollten, nur die Anzeige des Büchleins durch einen Incompetenten werden, die zu einigen gelegentlichen Bemerkungen Anlass geben.

Was zunächst die deutschen Originale betrifft, so bildet die VerherrJichung der Natur das Hauptmotiv, so bilden Frische und Sinnigkeit die Hauptzüge derselben ; doch ergiebt sich aus der durch andre Leistungen festgestellten grossen Receptivität des Verfassers wie von selbst, dass hie und dort Anklänge an Gelesenes nnd Bekanntes begegnen. Es treten ferner die Gedichte in der Widmung mit so anmuthender Anspruchslosigkeit auf, dass man den Verfasser am Ende sich ungern ein Exegi monumentum errichten sieht. In einem Archiv für moderne Sprachen kann man ja getrost aussprechen, ohne Gefahr zu laufen, deswegen gesteinigt zu werden, dass der grosse moderne Shakspeare solche Wechsel auf die Nachwelt nie zieht und sie ruhig dem kleinen klassischen Horaz überlässt.

In den fremdsprachlichen Gedichten überraschen die drei englischen Ge

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