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um sich greife, die Art der bisherigen Bewirthschaftung bezeichnen; b) viele alte Ortschaften, die nicht mehr existiren, sind jetzt noch nachzuweisen; es ist aber die höchste Zeit, dass diese Namen durch Aufzeichnung erhalten werden, da durch die Separation viele alte Flurnamen, die früher Ortsnamen gewesen sind, verschwinden.

Die Erbauung des schönen Brunnens in Nürnberg. Von J. Baader, Conservator am köngl. Archiv zu Nürnberg. Nachrichten über den berühmten schönen Brunnen zu Nürnberg aus dem 14. Jahrhundert, einer gleichzeitigen Baurecbnnng entnommen.

Zu den Sprüchen von deutschen Fischen. Von WiechmannKadow auf Kadow. Ergänzende Bemerkungen zu einer im Anzeiger 1857 S. 362 besprochenen Schrift über die Kunst, Vögel und Fische zu fangen.

Das Brandenburgische Kurschwert. Vom Geh. Archiv - Rath Märcker. Dieses den Preussischen Reichsinsignien angehörende, jetzt in dem Kronschatz niedergelegte Schwert, dessen Entstehungszeit bisher nicht zu ermitteln war, ist innerhalb des Zeitraums von 1467 1538 gemacht worden. Der Name Kurschwert kam erst unter dem Grossen Kurfürsten in Gebrauch, im Gegensatz zu dem preussischen, nachmaligen Reichsschwert.

Ueber das Bruchstück eines Nekrologiums des St. BlasiusKlosters im Schwarzwalde. Von E. F. Mooyer in Minden. Nachlese zu früheren Nachweisungen des Herausgebers aus einem Bruchstücke einer Wiener Handschrift, welches Max Büdinger zu Wien 1858 herausgegeben hat.

Alte Witterungsregeln aus dem 14. und 15. Jahrbundert. Mitgetheilt von H. Palm, Gymnasiallehrer in Breslau , aus einer Pergamenthandschrift der Kirchenbibliothek zu St. Maria Magdalena in Breslau.

Gemeindevertretung im Mittelalter. Von W. v. Löffelholz zu Wallerstein. Mittheilung einer Urkunde nebst einigen Anmerkungen.

Münzpfund in Schwaben. Von Dr. J. Müler. Abbildung von 10 Münzen und kurze Beschreibung anderer, die hinter dem Tafelwerke eines Hauses in einer Oberschwäbischen Stadt gefunden worden sind.

Die Achfahrt. Von Dr. Märcker, Geh. Archivrath und Hausarchivar zu Berlin. Einige Materialien zu der in Nro. 6 des Anzeigers d. J. gedachten gerichtlich verhängten Bussfahrt nach Aachen. Ausser anderen wird in einem Testamente v. J. 1364 gefordert: davon sol sie des tun ein Romvart unt drei vart gen den Einsiedeln und sieben Ochvart,“

Zur Geschichte des Böhmischen Aufstandes. Von Anton Kohl in Prag. Brief des Grafen Matthias von Thurn aus dem J. 1619 an den Stadtrath der Stadt Schlaggenwald.

Veit Stoss, kein Pole, sondern ein geborner Nürnberger. Von J. Bader in Nürnberg. Aus den Bücherverzeichnissen des 15. Jahrhunderts wird der Beweis geliefert, dass Veit Stoss ein geborner Nürnberger war.

Heinrich Wirry (auch Wirrich geschrieben) ein Solothurner Dichter. Von Emil Weller in Zürich. Nachdem auf die Schweizerdichter des 16. Jahrhunberts im Allgemeinen aufmerksam gemacht worden, werden 14 Productionen Wirrys näher angegeben.

Esszettel zur Begräbniss der wohledlen und viel Ehr und fugendreichen Frau Barbara von Gieh geb. Förtsch zu Thurnau, so Montags nach Palmarum d. 1. April 1588 gehalten worden.

Das Siegel der Stadt Eltmann. Von Dr. Schneider zu Eltmann. Das älteste der vorhandenen Siegel ist aus dem 15. Jahrhundert. Archiv f. n. Sprachen. XXIX.

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Zor Geschichte der Feuerwaffen. Von Dr. v. Rettberg in München. Der Verfasser findet die ältesten Abbildungen der Bereitung des Pulvers und die ersten Steinbüchsen, Plumpbart genannt, in einem Bilderbuche der Münchener Bibliothek, das er höchstens bis in's Jahr 1350 versetzen kann. Beschreibung der ältesten Gewehre und Geschützröhre nebst einem Blatte Abbildungen.

Zur Geschichte der Fechtschulen in Nürnberg. Von Dr. Lahner. Nachweis, dass es schon im 15. Jahrhundert Fechtschulen in Nürnberg gegeben. Seit der Zeit weichen auch die älteren Ausdrücke schirmen, schirmeister, schirmschule den jüngeren fechten, Fechtmeister, Fechtschule.

Beitrag zum Leben Johann Kleebergers des „guten Deutschen.“ Im Jahre 1842 erschien zu Lyon eine ziemlich prächtig ausgestattete Broschüre: Précis historique sur Jean Cléberger surnommé le bon Allemand et vulgairement appelé l'homme de la roche. Dieser gute Deutsche, ein Schwiegersohn Willibald Pirkbeimers, hatte sich später ganz in Lyon niedergelassen. Er besass ein ungeheures Vermögen, war aber in demselben Grade ausgezeichnet durch Wohlthätigkeitssinn und Freigebigkeit. Unter Anderem legte er den Grund zur dortigen Charité. Kurz nach seinem Tode wurde ihm eine Bildsäule aus Holz gesetzt, welche eine Figur auf einem Felsen stehend darstellt. Kürzlich aufgefundene Documente scheinen das Leben Kleebergers in ein anderes, minder günstiges Licht zu stellen. Aus denselben geht nämlich hervor, dass ein böses Geschrei an ihm hing und dass sein späteres wohlthätiges Leben nur dazu dienen mochte, den Makel frühern Lebens zu tilgen.

Michael Kohlhaas. Von A. Buchner zu Darmstadt. Nachdem der Verfasser auf das Unbistorische der bekannten Erzäblung Kleists and auf das Unzureichende der bisherigen literarischen Notizen über Kohlbase hingewiesen bat, spricht er den Wunsch aus, dass der Gegenstand bald eine historisch-kritische Bearbeitung erfahren möge, und dass nachgewiesen werde, welchen Stoff Kleist vorfand, um zu sehen, wie er jenen merkwürdigen Bau seiner Erzählung schuf.

Fahrland bei Potsdam, früher Vorland, nicht Vogelland. Vom Direct. v. Ledebur zu Berlin. Berichtigung einer Behauptung des durch seine abgeschmackte Polemik in der jüngsten Zeit bekannt gewordenen Jacobi zu Leipzig.

Das Pfahlwerk im Schermützelsee bei Bukow. Vom Kreisgerichtsrath Kuchenbuch zu Müncheberg. Der 600 Morgen grosse Schermützelsee, der grösste in der märkischen Schweiz, liegt im nordwestlichen Winkel des Lebuser Kreises an der Gränze des Oberbarnim. In demselben sind noch 10 12 Fuss unter dem Wasser die Reste eines Pfablwerks zu bemerken. Ueber denselben ist noch nirgends Etwas vermerkt oder bekannt geworden. Es geht die Sage, dass vor Alters die alte Stadt Bukow dort versunken sei. Der See ist nach Berghaus 125 Fuss, Angabe von Fischern wohl 250 Fuss tief.

Zur Geschichte der Universität Rostock. Von WiechmannKadow auf Kadow. Mittheilung einer im Archiv zu Stockholm aufgefundenen Urkunde über die Inauguration der Universität Rostock am 12. November 1419.

Zur Werthbestimmung der Turnosen. Von Geh. ArchivRath Dr. Märcker zu Berlin. In dem Archiv des ehemaligen Reichsstifts St. Emmeran zu Regensburg findet sich auf einem Pergament aus der Zeit um 1407 eine interessante Mittheilung über den Werth verschiedener Münzen.

nach

Bronce fund auf der Domaine Ploskowic. Von Dr. Wovel, Universitätsprofessor in Prag. Bericht über Auffindung keltischer Broncegegenstände, welche im böhmischen Museum aufbewahrt werden.

Die Beilagen geben, wie früher, Nachrichten über den Verkebr, über Organisation und Verwaltung des Museums, ausserdem kürzere Anzeigen neuerer Werke, Anfragen und Notizen über verschiedene Gegenstände der Archäologie.

Werner Hahn, Geschichte der poëtischen Literatur der Deut

schen. Ein Buch für Schule und Haus. Berlin, Wilhelm Hertz. 1860.

Das vorliegende Buch ist nicht bloss zu den vielen deutschen Literaturgeschichten ein neues, sondern nach wirklich neuen und fruchtbaren Gesichtspunkten verfasst. Es will einerseits in übersichtlicher Form die wichtigsten Thatsachen lehren, andrerseits das Interesse am Gegenstande beleben und zu weiterem Studium anregen. Seine Eigenthümlichkeit besteht vor Allem in folgenden Punkten. Der Verfasser bat darauf Rücksicht genommen, die hervorragendsten Werke der Literatur nicht bloss für die ältere, sondern auch für die neueste Zeit, sei es durch eine ausführliche Inhaltsangabe, sei es durch ein kurzes Citat zugleich zu charakterisiren, um so weit es angeht das nackte Urtheil durch eine bestimmte Anschauung zu beleben. In der Hervorhebung des Wesentlichen ist ein sicher führendes Gefühl unzweifelhaft anzuerkennen. Das Hauptstreben ist auf Uebersichtlichkeit gerichtet gewesen.

Dazu dient zunächst die Verschiedenheit des Drucks. Der eigentliche Lernstoff unterscheidet sich schon für das Auge durch den grössern Druck von den weiteren Ausfübrungen. Demselben Zwecke dient sodann die durchgeführte Numerirung. Die verschiedenen zu bezeichnenden Hauptrichtungen oder hauptsächlichen Gesichtspunkte sind klar geschieden, und die Zahlen bieten dem Gedächtniss einen bequemen Haltpunkt. Ebenso ist die äusserste Präcision des Ausdrucks hervorzuheben. Es ist dem Verfasser durchweg gelungen, in klaren und bestimmten Worten, die sich leicht einprägen, die bedeutsamsten Erscheinungen zu bezeichnen; nirgends begegnen wir der Redensart oder einem 'verschwommenen Ausdruck. Aller gelehrte Apparat ist beseitigt. Von Biographien der Dichter ist das Wesentlichste in aller Kürze mitgetheilt, die Bibliographie ist, wie es sich für ein Schulbuch geziemt, ganz bei Seite gelassen. Taktvoll bat der Verfasser die Geschichte nur bis auf's Jahr 1830 fortgeführt und die späteren Erscheinungen, über die dem Mitlebenden kein objektives Urtheil zusteht, nur eben angedeutet. Eine gewisse Ungleichmässigkeit tritt in dem Umfange hervor, in welchem die verschiedenen Epochen der Literatur behandelt worden sind. Während der Verfasser über die Periode bis 1500 sehr knapp ist, behandelt er die neueren Entwicklungen, insbesondere seit 1815, mit fast zu grosser Ausführlichkeit. Die Geschichte der Prosa ist von dem Buche ausgeschlossen. Wenn doch die Literaturgeschichte ein Bild des gesammten geistigen Lebens der Nation geben soll, so möchte man darin einen Mangel des Buches sehen dürfen. Grade in der deutschen Literatur hat die Bewegung der Wissenschaft und die Kunst der Prosadarstellung einen so entschiedenen Einfluss auch auf die Entwicklung der Poesie ausgeübt, unsre grossen Dichter sind so sehr auch grosse Prosaiker, dass grade die deutsche Poësie nicht recht verständlich wird ohne ein Verständniss der deutschen Prosaliteratur. Der Verfasser selbst hat nicht umhingekonnt, Männer wie Hamann, Herder , Kant, Lichtenberg in den Kreis seiner Darstellung hineinzuziehen. Indessen, gewinnen wir so kein ganz vollständiges Bild, so doch ein engeres und sichrer abgegrenztes.

Die Ziele, die der Verfasser sich vorgesteckt, hat er durchaus erreicht. Sein Urtheil, auch wo man es modificiren möchte, zeugt durchaus von gebildetem Geschmack, von gesundem Takt und reifer Veberlegung. Was aber die Kreise anbetrifft, für die das Buch werthvoll zu werden vermag, so scheint es uns aus vielfachen Gründen für das Haus vortefflich zu passen, für die Schule bei weitem weniger. Beides lässt sich überhaupt, besonders aber auf dem Gebiete der Literaturgeschichte, nicht gut mit einander vereinigen. Der Schüler und der Erwachsene von gebildetem Interesse haben ganz verscbiedene Bedürfnisse. Beim Schüler ist die Vollständigkeit der Uebersicht entweder von nebensächlichem, oder von gar keinem Werthe. Ihm soll der Blick erst für das Verständniss des Einzelnen geöffnet werden. In der Literatur hat er sehr Weniges zu lernen, nur mit Vereinzeltem, Hervorragendem sich vertrauter bekannt zu machen. Dasjenige aber, was in der Arbeit des Verfassers am meisten hervortritt, das Urtheil, wenn auch in dieser Präzision und saubern Fassung, ist grade für den Schüler am wenigsten wünschenswerth. Nichts scheint bedenklicher, als dem Schüler ein für allemal fertige und abgeschlossene Urtheile entgegenzubringen, die er auch ohne eigne Einsicht mühelos reproduciren kann. Nichts erzeugt so leicht die Einbildung und Eitelkeit eines unbegründeten Wissens, als die Ausfüllung des Gedächtnisses mit Namen, Titeln und den dazu passenden Epithetis. Wo der Erwachsene dankbar ist für ein wohlüberlegtes, verständlich und bestimmt ausgesprochenes Urtheil über einen Gegenstand, der ihm und seinem Nachdenken einmal vorgelegen bat, oder vorliegen kann, wo der Erwachsene seine Meinung sich vorbehalten, im Stillen etwa protestiren, oder mit freiem Urtheil beistimmen kann; eben da wird dem Schüler die Selbständigkeit des Urtheilens verloren gehen, und er wird sich an das Nachsprechen zum Theil unverstandener Urtheile über Gegenstände gewöhnen, die er gründlicher kennen zu lernen erst weit später Gelegenbeit erhalten wird. Ist ein systematischer Vortrag der Literaturgeschichte auf Schulen überhaupt nicht wünschenswerth, so ist ausserdem noch besonders darauf Rücksicht zu nehmen, dass die lebendige Anschauung der Thatsachen, d. h. die Kenntnissnahme der literarischen Producte, an Stelle abstrakten Raisonnements und nackter Urtheile trete.

Wir begrüssen das Werk des Verfassers als eine dankenswerthe Arbeit für den gebildeten Leser, der sich eine Uebersicht über das Ganze der Entwicklung der poëtischen Literatur in Deutschland verschaffen will. An Uebersichtlichkeit und Geschmack wüssten wir ihm kein ähnliches gleichzustellen. Indem wir die vielen Vorzüge des Buches keineswegs verkennen, müssen wir doch unsere Zweifel aussprechen, ob seine Einführung in Schulen als eigentliches Lehrbuch möglich sein wird.

Beiträge zur Würdigung und zum Verständnisse Schillers von

Heinrich Deinhardt. Erster Band. Stuttgart 1861.

Noch eine nachträgliche Gabe zur Schillerfeier! auf die sogleich das Vorwort hinweist, Reformen fordernd, die mit der sittlichen Tendenz des Gefeierten eng zusammenhängen. Die Schillerstiftung zunächst, so wünscht der Verfasser, möge nur der Anfang sein zu einer allgemeinen Bestrebung, das literarische Schaffen überhaupt zu befreien von dem gemeinen Gesetz des Angebots und der Nachfrage. Mögen sich Associationen bilden, die unabhängig von dem niedrigen Geschmack und Bedürfniss der Zeit wahrhaft verbreitenswerthe Schriften in Umlauf setzen, schwer zu ermöglichende, aber nothwendige wissenschaftliche Arbeiten unabhängig von der zufällgen Gunst des Publikums und der Verleger unterstützen und erleichtern, die sich entgegenstemmen dem grassirenden Schriftunwesen mit seiner Gewissenlosigkeit und Feilbeit.

Möge ferner auch die Bühne finanziell und dadurch geistig frei werden von der Herrschaft der platten Unterhaltungssucht, die ihre ideale Entwicklung und sittliche Bedeutung niederbält. Man entziehe das Theater, das die Nation cultiviren soll, der industriellen Speculation und Concurrenz; man verallgemeinere, durch besondere Berücksichtigung auch in den Schulen, die Spielfähigkeit; aber das Bedürfniss spielen zu sehen, die geistlose Schau- und Unterhaltungslust schränke man ein! denn in ihr liegt eine Mitursache der Abschwächung und Verfälschung des ästhetischen Geniessens. Seltener im Theater, wird das Volk zugleich Gelegenheit erhalten, sich zu erquicken an warhaft künstlerischen Productionen, die nur bei gesammelter Kraft möglich sind.

Kurz Literatur und Theater sollen nach des Verfassers Grundansicht in den Stand gesetzt werden, mehr, als sie es bisher unter dem Druck finanzieller Abhängigkeit thaten und konnten, in des pädagogischen Dichters Sinne zu wirken, die Nation mitten in der Zeit materieller Interessenjagd idealisch zu erziehen. Ueberhaupt muss auf die Erziehung gesteigerte Aufmerksamkeit gewandt werden; die unschillersche Indifferenz des grossen Publikums durchbrochen werden. Denn verständiges und eingehendes Interesse an pädagogischen Fragen und Gestaltungen kann auch allein die Beschränktheit und Selbstgefälligkeit der Zunftpädagogen vernichten, die grossen Gedanken der pädagogischen Klassiker zu Ende des vorigen und zu Anfang dieses Jahrhunderts, eine wahrhaft humane und nationale Cultur verwirklichen.

Für diese zu wirken, soll auch der Hauptzweck der Schillerliteratur sein, sie hat auch der Verfasser zum Augenpunkt genommen, wenn er für die Würdigung Schillers die Feder ansetzt. Die kulturbistorische und biographische Betrachtung Schillers stellt der Verfasser deswegen und nicht blos weil seine Neigung sich auf Anderes richtet, gegen die Behandlung seiner dichterischen und prosaischen Werke hintenan, welche durch Eindringen in den innern Zusammenhang der einzelnen Producte das Ganze der Schillerschen Gedankenwelt zu reconstruiren sucht und zweitens überall die Bedeutung, welche seine Ideen für die Gegenwart haben oder bekommen sollen, vor Augen führt. Er will durch die objective Darstellung der Tendenzen des Dichters und durch ihre Weiterbildung für die Interessen der Gegenwart die Zeit durch Schiller idealistischer stimmen und gestalten.

Die Auswahl und Anordnung des zu Besprechenden hängt von des Verfassers besonderer Wertbschätzung der einzelnen Producte ab. Für die Vergegenwärtigung Schillers in angedeutetem Sinn und Zweck hält er an erster Stelle für wichtig: die Braut von Messina, als den Höhepunkt seiner dramatischen Productivität, Spaziergang und Glocke, insofern sie die Weltund Geschäftsansicht des Dichters wiedergeben, und die Briefe über ästhetische Erziehung, die einzige und vollständige Darlegung seiner Geschichtsphilosophie. Jedoch sollen, wenn auch Jenes das Wichtigste ist, die übrigen Leistungen Schillers nicht übergangen werden. Nun konnte zwar von der Besprechung jener höchsten Schöpfungen aus auf das Naheliegende manches Streiflicht geworfen werden; allein einzelnen selbständigen Werken gebührte doch eine mehr als momentane und parergische Berücksichtigung. Es mussten noch andre Arbeiten ergänzend hinzutreten, um Schiller in seiner Totalität in die Gegenwart wirkend einzuführen. So war es z. B. nothwendig, das Verbältniss zwischen prosaischen und poetischen Arbeiten direct in's Auge zu fassen, sowohl um Schiller vollständig zu begreifen, als auch,

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