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war,

heiten ein Krümchen Wahrheit verbergen und lässt sich keinenfalls damit beseitigen, dass die Feste von Kenilworth zwanzig Jahre vor der Entstehungszeit des Midsummernight's Dream stattgefunden hatten. Als dieses Stück geschrieben wurde, war Elisabeth sechszig Jahre alt; ebendeshalb durfte der Dichter es wagen, auf Vorgänge in ihrem Leben anzuspielen, die einer schon historisch gewordenen Vergangenheit angehörten. Andererseits ist es klar, dass Elisabeth nicht eher als die jungfräuliche Königin gefeiert werden konnte, als bis sie über die Jahre hinaus in denen sie aufhören konnte es zu sein. Dass der Dichter unter a little western flower in der That an die Gräfin Lätitia von Essex gedacht haben möge, ist durchaus nicht ohne innere Wahrscheinlichkeit. Ich verweise übrigens auf eine Autorität ersten Ranges: Some have doubted whether „Cupid's fiery dart“ was as effectually „quenched in the chaste beams of the watery moon“ as her poet intimates. Hallam, Const. Hist. of Engl. cap. 3.

(A. I. Sc. 1.) Long withering out a young man's revenue.

To wither out erklärt Delius durch aussaugen, an Etwas zehren, Es ist in diesem long withering out eine eigenthümliche Vermischung von transitiver und intransitiver Bedeutung: durch lange währendes Hinwelken vorenthaltend.

(Ibid.) This man hath bewitch'd the bosom of my child.

Das man hier fortzulassen, ist nicht nur der Correctheit des Verses, sondern auch der Eleganz der Sprache wegen empfehlenswerth.

(Ibid.) Know of your youth, Das heisst nicht: erforsche Deine Jugend, sondern: forsche bei Deiner Jugend nach, oder: frage bei Deiner Jugend an. (Ibid.) Were the world mine, Demetrius being bated,

The rest I'll give to be to you translated.

Wenn IIelena die ganze Welt besässe, erklärt D., würde sie dieselbe, den Demetrius abgerechnet, auf Hermia übertragen. Nein, Helena würde die ganze Welt, Demetrius abgerechnet,

darum geben, wenn sie in Hermia verwandelt werden könnte. (Bottom, thou art translated!)

(Ibid.) Upon faint primrose-beds were wont to lie, Faint bed, meint Delius, sei ein Bett für Müde. Faint bezieht sich jedenfalls auf den Duft der Schlüsselblume.

(Sc. 2.) You were best to call them generally. Unter generally versteht Bottom nicht nominally, wenn auch allerdings etwas Aehnliches, nämlich severally.

(Sc. 3.) The clamorous owl, that nightly hoots, and wonders

At our quaint spirits.

To hoot at übersetzt Delius mit anheulen; es heisst hier genauer ausschelten.

(Sc. 3.) Where is Demetrius? O, how fit a word

Is that vile name to perish on my sword! Die Herausgeber würden sich Dank verdient haben, wenn sie uns belehrt hätten, warum der Name Demetrius so bezeichnet wird. Soll man an to demit, demüthigen, unterwerfen, oder an meat, Fleisch, das an den Spiess gesteckt wird, dabei denken?

(Ibid.) So I, being young, till now ripe not to reason.

Delius meint, ripe sei hier Verbum. Wie ist das möglich? Dann heisst die Stelle ja: ich reife bis jetzt nicht zur Vernunft,

während Lysander sagen will: bis jetzt war ich nicht reif zur Vernunft.

(A. III. Sc. 1.) A stranger Pyramus than e'er play'd here.

Delius hält es für möglich, dass played hier Particip sei. Dann hätte der Dichter gewiss geschrieben: A stranger Pyramus was ne’er play'd here; aber was er wirklich geschrieben hat, ist ja bei Weitem komischer.

(Ibid.) A hog, a headless bear,

D.: „Vielleicht wäre heedless zu lesen.“ Um keinen Preis der Welt!

(Sc. 2.) What night-rule now about this haunted grove?

Die Erklärung dieser Stelle ist ziemlich dunkel. Vermuthlich: Warum jetzt diese nächtige Stille in diesem sonst belebten Hain? (Ibid.) But hast thou yet latch'd the Athenian's eyes

With the love-juice, as I bid thee do? Man braucht to latch weder von dem französischen lecher abzuleiten, noch als synonym mit to catch zu fassen. Die wörtliche Bedeutung von to latch, zuklinken, gibt ja einen ganz

guten Sinn.

(Ibid.) And hast thou kill'd him sleeping? O brave touch!

O brave touch heisst nicht: O schöner Zug, sondern: 0 tapferer Hieb! A touch ist ein Hieb oder Stich, auf welchen Blut fliesst.

(Ibid.) If for his tender here I make some stay. His tender übersetzt Delius durch „was jener ihm darbietet“. Genauer und dem Bilde entsprechend ist es die Accordsumme, die der bankerotte Schuldner dem Gläubiger bietet. (Ibid.) O weary night, O long and tedious night,

Abate thy hours: shine, comforts, from the east, Delius: „Vielleicht ist comforts als Object zu shine zu fassen, wobei freilich das Tageslicht, dem die Anrede gilt, hinzugedacht werden müsste.“ Das ist aber nicht möglich, denn bis dahin hat Helena nur die Nacht angeredet.

(A. IV. Sc. 1.) Trip we after the night's shade;

Wenn man the fortlässt, kann man wol lesen nightes shade, allenfalls auch zwischen night's und shade ein y, aber nicht ein e einschieben.

(A. V. Sc. 1.) And grows to something of great constancy,

Constancy, von Delius mit Bestand, Wirklichkeit erklärt, hat hier wohl eher die Bedeutung von consistency, logische Folgerichtigkeit.

(Ibid.) And what poor duty cannot do, Der Vers wäre vielleicht ohne Versündigung am Dichter herzustellen : And what poor duty can but poorly do.

(Ibid.) For, if I should as lion come in strife

Into this place, 'twere pity on my life. On my life kann keinenfalls: bei meinem Leben heissen sollen.

VI. All's Well That Ends Well.

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(A. I. Sc. 1.) he hath persecuted time with hope, and finds no other

advantage in the process, Process heisst nicht Verlauf, sondern Prozess, und bezieht sich nicht auf time, sondern auf he hath persecuted time; da auf eine gerichtliche Verfolgung angespielt wird, wäre vielleicht prosecuted zu lesen.

(Ibid.) I heard not of it before.
Delius: ,,Bertram hat nie von einer Krankheit dieses Namens
gehört.“ Nach Lafeu's Antwort: I would it were not notorious,
ist wahrscheinlicher, dass Bertram entweder überhaupt noch nicht
von der Krankheit des Königs, oder noch nicht gehört hat, dass
der König an dieser bestimmten Krankheit leidet.
(Ibid.) Count. If the living be enemy to the grief, the excess makes it

soon mortal.
Ber. Madam, I desire your holy wishes.

Laf. How understand we that?
Wahrscheinlich muss gelesen werden:
Helen. If the living be enemy to the grief, the excess makes it

soon mortal.
Laf. How understand we that?
Ber. Madam, I desire your holy wishes.

Die wahrscheinlichste Erklärung des ersten Satzes ist:
Wenn der Lebende der Feind des Grames ist, so muss jener

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wünschen, diesen recht bald umzubringen, und das thut er durch Uebertreibung des Grams.

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Delius: ,,Die Besten, Vornehmsten am Hofe werden sich um Bertrams Zuneigung bemühen, ihm huldigen.“ Das ist schwerlich der Sinn; die Gräfin bittet Lafeu: good my lord, advise him, und in Lafeus Antwort ist zu the best zu suppliren: advice; es kann ihm an dem besten Rath nicht fehlen, der der Liebe zu ihm dienstbar sein wird.

(Ibid.) In our heart's table;

Delius: „Our heart sagt Helene allgemeiner von dem weiblichen Herzen überhaupt.“ Ihre unmittelbar folgenden Worte beweisen, dass sie von ihrem eigenen Herzen spricht; our heart bedeutet dasselbe wie one's heart.

(Ibid.) You have some stain of soldier in you; Delius: „Some stain of soldier = ein gewisser Anstrich vom Soldaten, nicht das wirkliche Wesen eines solchen. Letztere Negation liegt nicht darin; Helena sagt einfach: Ihr habt was vom Soldaten an Euch.

(Ibid.) Not my virginity yet. Diese Worte lassen sich mit der vorhergehenden Frage des Parolles, will you anything with it? kaum in Zusammenhang bringen, aber man darf annehmen, dass Helena sagen will, mit ihrer Jungferschaft sei es noch nicht so weit, dass das Bild von der welken Birne darauf passe. Dass hinter Not my virginity yet etwas fehlt, ist augenscheinlich, und gegen Hanmer's Ergänzung: You’re for the court, um so weniger einzuwenden, als das spätere: The court's a learning-place darauf hinweist, dass von dem Hofe schon vorher die Rede gewesen ist.

(Ibid.) A counsellor, a traitress, and a dear; Delius: „Scil. a dear one, auf traitress bezüglich.“ Nein; a traitress und a dear sind coordinirt.

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