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sonen,

Bertrand et Raton, par Scribe; herausgegeben von Dr. O. Dick

mann. Berlin, Weidmann, 1877.

Der Herausgeber der mit vielem Beifall aufgenommenen Ausgabe des Lutrin hat für die Weidmann'sche Sammlung die Bearbeitung von Scribe's Bertrand et Raton übernommen und sich seiner Aufgabe mit vielem Geschick entledigt. Nächst der Ausgabe des Horace von Strehlke findet sie Ref. am besten von den ihm aus jener Sammlung zu Gesicht gekommenen Ausgaben. Der Verf. hat die in der Ankündigung zu dem Unternehmen aufgestellten Gesichtspunkte stets im Auge behalten; bei allen Wörtern, die der Aussprache einige Schwierigkeit machen könnten, hat er dieselbe hinzugefügt, die Etymologie ist berücksichtigt und auf synonymische Bestimmungen das gehörige Gewicht gelegt. In der Einleitung findet sich eine kurze Biographie und Charakteristik Scribe's, nach J. Schmidt und Kreissig gegeben, sowie eine als besonders gelungen hervorzuhebende Darstellung der Struensee'schen Katastrophe und eine Schilderung der dabei hauptsächlich betheiligten Per

Man erhält hierdurch einen genauen Einblick in die Abweichungen, die sich Scribe bebufs dramatischer Bearbeitung von der Geschichte erlaubt hat. Von Einzelheiten führe ich als recht interessante Bemerkungen an p. 9, Anm. 49; p. 18, Anm. 104; p. 24, Anm. 151 etc.

Aufgefallen als bestreitbar ist uns auf p. 33 die Anm. 203, wo es zur Stelle on n'a que faire des grands seigneurs heisst: „faire in dieser Redensart wie das lat. se gerere, das de des Genitives setzt eine Ellipse voraus, z. B. faire le rôle des .“ Diese Bemerkung scheint uns nach Génin's Lexicon zum Molière gegeben, die dort verzeichneten Stellen aber tragen ein anderes Gepräge; wir ziehen darum Littré's Erklärung, die hier auch einen besseren Sinn giebt, vor: n’avoir que faire de quelqu'un = n'en faire grand cas.

Nicht störend sind einige stehen gebliebene Druckfehler, wie p. 13, Z. 12 v. u. nericulum für periculum, wohl aber wenigstens für den Schüler p. 12, 2. 7 v. U. „régner ist ein transitives Verb“, anstatt ein intransitives.

Wir können daber die vorliegende Bearbeitung des für obere Classen so interessanten Scribe'schen Stückes den Fachgenossen als recht brauchbar empfehlen. Hamburg.

K. Körner.

Systematischer Grundriss der französischen Syntax für höhere

Lehranstalten von Dr. M. Cohn. Hamburg, 0. Meissner. 1877.

An französischen Grammatiken ist nachgerade kein Mangel mehr, wohl aber fehlt uns bis jetzt eine auf ein paar Bogen zusammengedrängte Darstellung der Syntax, die wissenschaftlich und dabei doch dem Schüler unserer Mittelschulen verständlich, den inneren Zusammenhang der grammatischen Erscheinungen darlegt. Für das Griechische hat bekanntlich Seiffert diese Aufgabe mit Erfolg gelost; versucht ist sie auch und nicht missglückt in dem vorliegenden Werkchen. Der reiche Stoff ist auf 67 Seiten zusammengedrängt und kaum eine für den Schüler wichtige Erscheinung ausser Acht gelassen; die Hauptregeln sind mit grosser Schrift gedruckt, weitere Bemerkungen und Ausführungen in Anmerkungen verwiesen.

Am besten gefallen bat Ref. die Behandlung des Infinitives und des Genitives, ferner $ 37 die Verba mit verschiedener Rection und die durch das ganze Büchelchen sich bindurchziehende Phraseologie, weniger die der Inversion und des Fürwortes, die etwas reichlicher bätte ausfallen können; bei der Lehre von den

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Zeiten hätten wir gewünscht, dass des Passé indéfini mit einigen Worten gedacht wäre, auch die Behandlung des Subjonctif lässt bezüglich der Schärfe der Bestimmungen hin und wider zu wünschen übrig.

Diese Punkte zumal wird der Verf. bei einer jedenfalls bald zu wartenden zweiten Auflage einer nochmaligen, sorgfältigen Prüfung unterziehen müssen; doch auch in seiner jetzigen Gestalt wünschen wir dem Büchelchen eine recht weite Verbreitung. Hamburg.

K. Körner.

Cours complet et gradué de Lectures françaises. I. Partie (Sexta

et Quinta). Par J. Westenhoeffer. Strasbourg, R. Schulze, 1877.

Vorstehende Sammlung von Lesestücken ist der erste Theil eines grösseren Werkes, welches der Verf. zum Gebrauche für die Schulen im Reichslande bestimmt hat. Er giebt uns in ziemlich bunter Reihenfolge: Narrations et récits, Fables et contes, Mythologie. Histoire. Descriptions et définitions, llistoire naturelle, Lettres, Dialogues, Poésie und Fables, und begleitet dieselben mit einem Verzeichnisse der schwierigeren Vocabeln in deutscher Uebersetzung. Die Stücke sind ohne Ausnahme lesenswerth, und es scheinen uns nur einzelne derselben nach ihrem ganzen Ausdrucke für Sextaner und Quintaner etwas zu hoch zu sein, z. B. La vérité von Massillon u. a. m., ebenso dürfte auch die Zahl der Briefe, wenn solche in einer derartigen Sammlung überhaupt nothwendig sein sollten, doch kaum als hinreichend angesehen werden. Die Ausstattung des Buches ist schön und der Druck sehr correct.

Vocabulaire Militaire français-allemand. Recueil de termes de

la Technologie militaire moderne par le lieutenant Ribbentrop, instructeur à l'école des Cadets de Berlin. Leipzig, Brockhaus 1877.

Die Reorganisation der franz. Armee hat in den letzten Jahren ausserordentliche Fortschritte gemacht und das Interesse, welches Kriegsministerium und Offizierkreise in Frankreich für eigentliche wissenschaftliche Studien auf militärischem Gebiete nehmen, ist fortwährend im Steigen begriffen. Ein Blick in die Pariser Bücherkataloge beweist, wie gross die Zahl der neu erschienenen militärischen Schriftwerke ist, und einer Zeitungsnotiz zufolge soll Dumaine in Paris gegenwärtig von militärischen Werken zwölfmal soviel al setzen, als in früheren Zeiten. Diese zahlreichen literarischen Erscheinungen haben wesentlich zur Bereicherung des Sprachschatzes beigetragen und eine Menge von Neologismen ins Leben geführt, welche dem Ausländer nur sehr schwer verständlich sind und über welche keines der vorhandenen Wörterbücher genügende Auskunft giebt. Es ist demnach ausserordentlich dankenswerth, dass sich der Verf. die Aufgabe gestellt hat, die qu. technischen Ausdrücke nicht nur zu übersetzen, sondern zugleich in äusserst lichtvoller Weise zu erklären, wobei derselbe als tüchtiger Fachmann zugleich von seiner Sprachkenntniss einen glänzenden Beweis geliefert hat; so ist 2. B. la deuxième portion unter administration de l'armée durch folgenden Satz erläutert: „Mannschaften, die bei der Losung hohe Nummern gezogen haben und meist nach sechsmonatlichem, statt fünfjährigem Dienste, schon beurlaubt werden müssen, um die etatsmässige Stärke des Heeres inne zu

halten (S. 210) oder congé de réforme Nr. 1 Entlassung aus dem Heeresdienste wegen im Dienst (dans le service commandé) zugezogener Krankheiten.“

Das leider nicht durchgehends, sondern innerhalb seiner 7 Abschnitte alphabetisch geordnete Buch erstreckt sich über alle Gebiete militärischen Wissens. Da finden wir ein Capitel Tactique, welches die Ausdrücke der sämmtlichen Reglements aller Waffen, des Sicherheits- und Marsch-Dienstes enthält. Sodann wird uns das militärische Aufnehmen, die Fortification, das Eisenbahnwesen, Fechten, Turnen und Schwimmen vorgeführt, sowie eine Nomenclatur der einzelnen Theile des neuen franz. Infanteriegewehres, verbunden mit Angaben über die Scheiben und das Schiessen. Der „Artilleries folgt ein letzter Abschnitt, welcher die Organisation, Rekrutirung, Verwaltung u. 8. w. umfasst, wobei der Verf. zugleich dem argot militaire eine Stelle angewiesen hat.

Augenscheinlich hat sich der Verf. seine Arbeit nicht leicht gemacht, sondern vielmehr mit bewunderungswerthem Fleisse gründlich Umschau in der neuesten Militärliteratur gehalten.

Das Werk, welches auch dem Lexicographen höchst willkommen sein wird, verdient die wärmste Empfeblung.

H.

Antwort auf eine Kritik des Herrn Dr. Grabow. Auf S. 216 des 57. Bandes d. Bl. würdigt Herr Dr. Grabow aus Lemgo meine bescheidenen Arbeiten auf dem Gebiete der Orthographieverbesserung einer Kritik und meint, dass meine Genügsamkeit in Bezug auf die erforderlichen wissenschaftlichen Vorkenntnisse Bewunderung verdiene. Ich erlaube mir hierauf dem Herrn Doctor zu erwidern, dass meiner Ansicht nach allerdings nicht seine Genügsamkeit, bez. Bescheidenheit, Bewunderung verdient, wohl aber in hohem Grade die Leichtigkeit, mit der er Urtheile fällt. Der Mangel an den erforderlichen wissenschaftlichen Vorkenntnissen, der dem Herrn Doctor in meiner letzten Scbrift (Die Beschlüsse der orth. Conferenz. Wittenberg 1876), auf die sich sein Urtheil doch jedenfalls bezieht, entgegengetreten sein soll, muss aber keineswegs so offen zu Tage liegen, da andere, und wie mir scheint, competentere Kritiker, nicht Veranlassung gefunden haben, dies zu rügen. Wohl aber habe ich absichtlich vermieden, einen grossen wissenschaftlichen Apparat in meinem Schriftchen aufzufahren. Dasselbe sollte eben nichts anderes sein, als eine gemeinverständliche Besprechung der Conferenzbeschlüsse. Ausführliche Excurse über die Lautphysiologie des Deutschen u. A., die vielleicht Herr Dr. Grabow vermisst, wären in dem Büchlein keineswegs am Platze gewesen. Ich bin freilich auch der Ansicht, dass Jeder, der bei der Orthograpbieverbesserung etwas mitsprechen will, genügende sprachgeschichtliche, physiologische und orthoepische Kenntnisse besitzen muss; ich halte es aber für schwerfällig und unpassend, bei jeder Gelegenheit dieses Wissen umfänglich auszukramen und die ersten zwei Drittel jeder Arbeit mit nochmaliger Durchsprechung aller vielleicht schon längst bekannter Vorbedingungen und Widerlegung schon längst abgetbaner Gegengründe anzufüllen. Sehr Vieles lässt sich sicherlich weit einfacher begründen, als die Kathederweisheit manches grundgelehrten Hauptes für möglich bält. Was würde aber wohl Herr Dr. Grabow sagen, wenn ich mir hier erlaubte, einen bescheidenen Zweifel an seinem Beruf zum Orthographen auszusprechen; wenn ich mir gleichfalls die Freiheit nähme, zu behaupten, dass ihm einige der nothwendigen wissenschaftlichen Vorbedingungen fehlten? Sollte Herr Grabow wirklich klar sein über das Wesen der phonetischen Orthographie, er, der alle seine Vorschläge nur Archiv f. n. Sprachen. LVIII.

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phonetisch begründet, und der dann schliesslich doch , die Phonetiker“, nicht „einige“, sondern „die“ Phonetiker allesammt mitleidslos verurtheilt? Sollte Herr Grabow wirklich schon über den Zweck der Orthographiereform nachgedacht haben, wenn er z. B. rügt, dass qu durch kw ersetzt werde, weil w in dieser Verbindung bilibial ausgesprochen werde; wenn (Gegenwart 23) überhaupt tadelt, dass die „phonetischen Schwärmer“ die 40 Laute der deutschen Sprache durch 24 Zeichen decken wollen? Herr Grabow scheint noch gar nicht zu wissen, dass der Zweck der von uns „Schwärmern“ angestrebten Reform ein durchaus praktischer, die Aufstellung einer allgemein anwendbaren Volksschrift ist. Sollte Herr Dr. Grabow ein anderes Ziel verfolgen, vielleicht die Aufstellung eines rein philologischen Alphabets zum Zwecke einer genauen Darstellung der neuhochdeutschen Lautaussprache mit allen ibren Dialekten, so wünschen wir ihm viel Glück dazu, werden wir diesen seinen Zweck gern als nützlich anerkennen und ihn nicht darin stören, bitten ihn aber, uns gleichfalls unbehelligt zu lassen und seine für seinen und nicht für unseren Zweck passenden Vorschläge für sich zu behalten. Eine Volksschrift kann sich nicht auf die Darstellung aller Lautmodificationen einlassen; ihre Aufgabe ist einzig und allein die Bezeichnung der Hauptlaute. Jede darüber hinausgehende Forderung würde den Gebrauch der Schreibung erschweren, sie selbst also, da sie nun einmal ein praktisches Werkzeug ist, verschlechtern. Die übliche Rechtschreibung bezeichnet ja z. B. auch nicht die verschiedenen n, ch und z, und Niemand hat bisher darin einen Mangel gefunden. Muss doch nach den dunklen Vocalen nothwendig der Kebllaut, und nach den hellen Vocalen nothwendig der Gaumenlaut eintreten. Es würde unpraktisch sein, eine Lautmodification noch besonders zu bezeichnen, die unter allen Umständen eintreten muss. Noch viel weniger kann dem Volke, dem Schulkinde, zugemuthet werden, Lautnüancen, deren Erkennung ohne wissenschaftliche Vorkenntnisse unmöglich ist, besonders zu bezeichnen. Wird w nach k, z, sch wirklich bilabial ausgesprochen (ich bezweifle das), und geschieht dies stets, ohne bewusstes Zuthun des Sprechenden, so sehe ich nicht ein, warum wir jene Veränderung noch besonders bezeichnen sollten. Wir streben ja kein photographisch treues Abbild der Lautsprache an, wie es wissenschaftliche Zwecke erfordern. Etwas anders verhalt es sich mit der Bezeichnung der verschiedenen E-Laute. Hier wäre eine solche wirklich wünschenswerth. Herr Dr. Grabow erklärt natürlich Jeden für einen Ignoranten, der nicht die von ihm angegebene Aussprache als die einzig richtige anerkennt und darnach seine Schreibung einrichtet. Hat der gelehrte Herr Dr. Grabow noch nie gehört, dass die E-Laute in den verschiedenen Gegenden Deutschlands selbst von den Grammatikern sehr verschieden ausgesprochen werden, und dass seine Aussprache eben nur eine individuelle oder landschaftliche ist? In Theilen Schlesiens z. B., sowie in Posen, Preussen, Hannover, Braunschweig u. s. w. wird (von Gebildeten) das e in den Wörtern „lehren, leeren, mehr, Meer, Reede, Rede, Zehen“ durchaus gleich, d. b. mit höherem, dem i zuneigenden e, nicht ä, ausgesprochen. Was hat nun Herr Dr. Grabow dafür anzuführen, dass seine Aussprache die allein richtige sei? Aus dieser Verschiedenheit der Aus-prache ergiebt sich die Unmöglichkeit einer Sonderung der Zeichen, so wünschenswerth eine solche sein wurde. Herr Grabow bätte diese Frage erst genauer studiren sollen, ehe er Gelehrte von Ruf, wie Michaelis und Bezzenberger, so arg verketzerte.

Auch in Bezug auf ie scheinen mir ,, die Herren Phonetiker“ auf besserem Wege zu sein als der Herr Doctor. Alle wurzelhaften ie müssen, seinem Ausspruche zufolge, nothwendigerweise ibr e behalten, weil dasselbe noch heute in einigen süddeutschen Volksdialekten gesprochen wird. Consequenterweise müsste Herr Grabow nun auch süddeutschen Volksdialekten zu Liebe die Schreibungen „guet, Brueder“ u. s. w. als die einzig richtigen empfehlen. Die Formen „ging, fing“ werden seiner Meinung nach heutigen Tages besser

mit kurzem i gesprochen, und doch liegt die Sache so, dass auch heutigen Tages noch überall da, wo ie mit hörbarem e gesprochen wird, auch „ging“ und „fing“ lang und mit ie gesprochen werden. Warum so inconsequent, Herr Doctor? Wir ,unwissenden" Phonetiker wissen das auch, beziehen uns aber bei unseren Vorschlägen deshalb nicht darauf, weil wir meinen, dass bei Bestimmung der neuhochdeutschen Orthoepie keinem Volksdialekte das Recht mit hinein zu sprechen eingeräumt werden darf. Die neubochdeutsche Orthoepie findet ihren Maassstab nur in der überlieferten Rechtschreibung, soweit dieselbe auf phonetischen Grundsätzen beruht. Da nun die übliche Rechtschreibung durch ie nur das lange i bezeichnet, so ist diese Aussprache als die allein hochdeutsche zu betrachten, und wenn wir einmal als Grundsatz einer Verbesserten Rechtschreibung die Weglassung der Dehnungszeichen aufstellen, so ist nothwendig, „schissen“ zu schreiben und nicht „schiessen“; denn wir bezeichnen nicht das süddeutsche ie, sondern das hochdeutsche lange i. Dass aber ie in der überlieferten Rechtschreibung nichts Anderes als das lange i bezeichnet, ergiebt sich aus der Thatsache, dass ie in allen den Wörtern geschwunden ist, deren früheres ie in der hochdeutschen Aussprache (nicht in der Mundart) zu kurzem i geworden ist, wie in „Licht, Dirne, ging, fing“.

Möchte Herr Dr. Grabow aus dem Obigen lernen, dass Unfehlbarkeit noch nicht zu seinen unbestrittenen Eigenschaften gehört, und dass er besser thun würde, in seinen etwaigen späteren Kritiken sich eines minder hochmüthigen Tones zu befleissigen.

R. Rissmann.

Erwiderung zu Archiv LVIII, 1. S. 90–93. Auf die Entgegnung des Herrn Wendel, in welcher er meine Beurtheilung seines Programmes als das Echo Schuchardt's darzustellen beliebt, habe ich zu erwidern, dass meine Recension in einer OctoberSitzung des Jahres 1876 in der Gesellschaft für neuere Sprachen vorgetragen worden und dass Schuchardt's Referat im Centralblatt am 6. Januar 1877 erschienen ist. Der Irrthum des Herrn W. wäre verzeihlich, wenn nicht der betreffende Sitzungsbericht bereits im Neujahrsheft des Archivs abgedruckt wäre. Uebrigens irrt Herr W. auch darin, dass er glaubt, aus den wenigen Bemerkungen, die über einen halbstündigen Vortrag in das Sitzungsprotokoll aufgenommen worden, sich eine Vorstellung von dem machen zu können, was ich über seine Arbeit gesprochen habe. Welche Rhetorik der Entrüstung wurde er erst aufbieten, wenn er wüsste, wie ich sein Capitel über o beurtheilt, und welche Heiterkeit ich hervorgerufen habe durch seine Schlüsse aus Palsgrave, seine Diphthongen-Poesie und seine artigen Witze, z. B. über das Pariser Strassenkind oi, das jetzt General“ geworden, oder den feinsinnig entdeckten Causalnexus von Nasalität und Hochnäsigkeit!

In Bezug darauf, dass ich Schuchardt's Recension oberflächlich genannt habe, thut es mir jetzt leid nicht vorher gewusst zu haben, dass Herr W. sich Privatbriefe schreiben lässt, um sie ohne die Erlaubniss ihres Urhebers drucken zu lassen. Wäre mir dies früher bekannt gewesen, so würde ich meine Ausdrücke besser abgewogen und einen Artikel nicht oberflächlich genannt haben, der mich nur deshalb nicht befriedigte, weil er mit Herrn W. zu glimptlich umging und eine Schriftstellerei, die sich mit Celtisch, Walachisch, Oscisch, Lithauisch, Sanskrit und wer weiss welchen Sprachen und Citaten brüstet und dabei der nothwendigsten Vorkenntnisse über den zu behandelnden Gegenstand selbst ermangelt, noch lange nicht so gründlich wie sie es verdiente, abgefertigt hat. Denn dass man eine vollständige

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