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sprochen wie die Konsonanten-Verbindung chs,*) d. h. wie ks. Nur in Wörtern, die aus dem Spanischen kommen, lautet es entweder wie der Ichlaut (1), z. B. in Xeres, Xixona, oder wie der Achlaut (%), z. B. in Oaxaca (spr. õăzáka). Doch wird Mexico wohl meist wie měksiko gesprochen.

*) Vgl. § 39, II. Oppeln.

Dr. Aug. Grabow.

Die mannigfaltigen Wendungen des deutschen

lassen im Englischen.

In dem Folgenden habe ich dieselbe Begriffseintheilung von lassen angewendet, wie es Dr. Sonnenburg in seiner bewährten Grammatik der englischen Sprache, p. 64, gethan; einige derselben entnommenen deutschen Sätze sind mit S., einzelne aus Rothwell's Grammatik mit R bezeichnet. Bei den übrigen Citaten ist der Namen des Schriftstellers angegeben.

§ 1. Das dem deutschen lassen verwandteste und von ihm abstammende Wort ist to let (ags. laetan, goth. letan, etc.). Dass to let nicht nur ein Zulassen (sinere, permittere) ausdrückt, wie es manche Grammatiker angeben, sondern auch den Begriff der Aufforderung in sich schliesst, geht aus der Verwendung desselben bei der Umschreibung des Imperativ hervor. „Die Umschreibung enthält eine Aufforderung, welche aber theils das Zugeben, theils das Veranlassen erheischt.“ Mätzner. Crabb in seinen „English Synonymes“ legt to let auch nicht den Begriff der Aufforderung bei; er sagt darüber: 'Let, like the German lassen to leave, connected with the Latin laxus, and our word loose, is a less formal action than Leave, and this than Suffer, signifying not to put a stop to. I let a person pass in the road by getting out of his way. It is in general most prudent to let things take their own course.' Let schoolmasters puzzle their brain with grammar,

and nonsense, and learning. Let them brag of their heathenish gods. She stoops, Goldsmith. Let them wander up and down for meat. Psalm 49, 15. - Let but the commons hear this testament. Shakespeare, J. Caesar.

I pray you humbly, chieftain, let me go. D'Israeli, Friedrich der Grosse war nicht der Mann, um sich eine

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solche Gelegenheit entgehen zu lassen. S. Frederic the Great was not the man to let such an opportunity escape.

S 2. Lassen in der Bedeutung von Zulassen. Die hier zur Verwendung kommenden Verben sind naturgemäss to suffer, to permit, to allow; eben so gut lassen sich auch not to forbid, not to refuse, not to hinder, not to prohibit anwenden, welches zuweilen auch geschieht. Neben der einen Bedeutung „to tolerate“, welche to suffer aus dem Lateinischen mit herüber in das Englische gebracht hat, hat es noch die von to allow, permit, not to forbid oder to hinder angenommen, welche sämmtlich unserem deutschen lassen entsprechen. To permit hat nur die Bedeutung von erlauben, gestatten, zugeben, zulassen, geschehen lassen; es kann als vollständig synonym mit to suffer betrachtet werden. Auch bieten die verschiedenen Beispiele, in welchen die beiden Verben ihre Verwendung finden, durchaus keine Anhaltspunkte, um einen Begriffs-Unterschied abzuleiten. Das dem Deutschen entnommene to allow könnte man als den schwächsten Begriff von lassen bezeichnen, bei dessen Anwendung der Schriftsteller eine gewisse Gleichgültigkeit im Einräumen der Handlung voraussetzt. Jedoch ist dies nicht immer der Fall, denn es kommen auch Beispiele vor, in welchen eine gewisse Dringlichkeit (wenn ich mich so ausdrücken darf) nicht ausgeschlossen ist, die wir öfter bei to suffer und to permit wahrnehmen, um die Erlaubniss zu einer Handlung oder Thätigkeit zu erwirken. Sonderbarer Weise findet sich bei der Lecture to suffer weit häufiger vor als to permit und to allow. Das Verhältniss, wie ich es beobachtet habe, ist etwa wie 3 zu 1. Selbstredend handelt es sich immer nur um die, unserem deutschen lassen“ ganz genau entsprechende Bedeutung dieser 3 Verben; jede andere, wenn auch annähernde Bedeutung (z. B. dürfen, etc.), lasse ich unberücksichtigt.

To suffer ... and never turned (Bertha) her rosy little mouth aside, but suffered him (her brother) to kiss it. Dickens, the Cricket.

he should (Mr. Shandy) by no means have suffered his right hand to engage. Sterne, Tristram Shandy, How did thy father, the sage Hippocrates, asked he, (Gualtier) suffer thee to come to this? Leigh Hunt.

where (in Kirkley's Nunnery) the treacherous prioress suffered him (Robin Hood) to bleed to death. Legend. .. but I will not suffer them to pay for me. Wood.

To permit. Dear madam, permit me to lecture the young gentleman a little. Goldsmith, she stoops. - I was brow-beat by the

master, and never permitted to stir out to meet civility abroad. ibid., the History. The Japanese captain was so kind as to double out his own stores, and would permit no man to search me. Swift, Gulliver, Tauchnitz Edition, p. 189. .. and I knew the Dutch were the only Europeans permitted to enter into that kingdom. ibid. p. 233. permitted to enter = denen man freien Zutritt ... liess

To allow. My father allowed my mother to exhaust herself. Marryat, Jac. Faithful. A

poor

industrious devil like nje, ..., may in pity be allowed to swear and grumble a little. Sheridan, the Rivals. - They (the inhabitants of Brobdingnag) would not allow me to be a dwarf .. Swift, Guiliver, p. 137.

Wir lassen uns fortreissen von der Schärfe von Clarendon's Beobachtungen und von der einfachen Grösse seines Styls. S. We suffer ourselves to be delighted by the keenness of Clarendon's observation and by the sober majesty of his style. S. giebt to suffer, jedoch könnte es eben so gut to permit heissen. The physician allowed him to drink wine. R. Derjenige, welcher sich von Schmeichlern bethören lässt ... R. He that suffers oder allows himself to be deluded. - Wollen Sie meinen letzten Wunsch nicht in Erfüllung gehen lassen? R. Will you not allow oder suffer my last wish to be fulfilled ? If the circumstances allow me, etc. ...

$ 3. Lassen in dem Sinne von ,,bewirken, verursachen, veranlassen.“ Die entsprechenden Verben sind to cause, to get, to have, to make. Dem Franzosen ergeht es hier wie uns Deutschen: er hat zum Ausdruck der vier verschiedenen Begriffe im Englischen nur sein faire; es ist ihm folglich eben so unmöglich wie uns, die kleine, oft nur ganz unbedeutende Nuance genau wiederzugeben, wenn nicht durch eine Umschreibung.

Rothwell bringt to cause, to get und to have unter den Begriff des Veranlassens; to make müsse man brauchen, wenn „lassen“ den Begriff von zwingen, fordern oder unwiderstehlich verleiten in sich fasse. Als Beispiele von cause führt er an: The king caused the old palace to be thrown down. The general caused the army to advance in order of battle. Für to get: I must get my books bound. Where do you get them bound? Whatever you please, I shall get done for you. Für to have: I had her punished. The general had all the houses demolished. I must have my hair cut to-morrow. Ferner noch „thun lassen“ und „ selbst thun“.

Angenommen, man wollte vermittelst der von R. angeführten

Sätze zu einem sicheren Resultate im Gebrauch von to cause und to have kommen, so würde man zu der ganz unrichtigen Schlussfolgerung gelangen müssen, dass, da ein König mehr Macht hat als ein General und er eine bedentend höhere Stellung einnimmt, der Schriftsteller bei einer königlichen Handlung, so unbedeutend sie auch sein mag, nur to cause anwenden dürfe, während bei der Handlung eines Generals etc., selbst wenn sie eine viel grössere Wichtigkeit involvirt, to have entsprechend sei. Nun frage ich aber ganz einfach: Was ist wichtiger in seinen Folgen, das Niederreissen eines alten Palastes, wodurch Niemand geschädigt wird, oder das Zerstören einiger hundert Häuser, eine Handlung, durch welche Tausende obdachlos werden? Was die Veranlassung der beiden erwähnten Handlungen betrifft, so kann wohl kaum bestritten werden, dass das Niederreissen aller Häuser einer Stadt oder eines Dorfes eine wichtigere ist, als das Niederreissen eines Palastes. Rothwell, obgleich Engländer, hat hier das Richtige nicht getroffen. Er würde sich in einem unangenehmen Dilemma befinden, wenn gar ein Fähnrich Paläste oder Häuser zerstören oder niederreissen lassen wollte, und er, Rothw., darüber zu berichten hätte.

Auffallender Weise bringt B. Schmitz auch nur folgende Beispiele mit cause: William caused the famous Doomsday Book to be compiled. He caused himself to be crowned king of England. Canute caused several Saxon princes to be murdered.

Wie ersichtlich, geht die Veranlassung der Handlung in diesen Sätzen auch nur von Königen aus. Dass man bei der Lecture to cause mehr in Verbindung findet bei Hochgestellten als bei gewöhnlichen Menschenkindern, ist sehr leicht erklärlich. — Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin, einen Satz von S. anzuführen: „König Johann liess sich in Westminster krönen wenige Wochen nach dem Tode seines Bruders Richard.“ S. giebt für lassen to get an, welches ich entschieden missbillige, wenn es auch ein englischer Geschichtschreiber (Macaulay?), dem es entnommen zu sein scheint, so ausgedrückt hat.

Gaspey bringt zwei Sätze, die uns eines Besseren belehren: „I caused the murderer to be arrested.“ Dieses I kann ein king oder ein beggar sein. The admiral caused the crew to disembark.“ Dem Gaspey’schen „to cause wird hauptsächlich bei wichtigeren Veranlassungen gebraucht“, füge ich erläuternd hinzu: wer auch der Urheber oder Veranlasser der Handlung oder der Thätigkeit sein mag. Einige Beispiele zur Illustration: The Romans, when they won the

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