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Wohin, wie und wan du wilst (vgl. „Wie, was“ etc.) Religiöse Med. Hausch. 2639.

Wol dem, der wolgerathene kinder hat. Med. Ampach 9198.

Wohl wem Gott das hertz gelenckt, lebenslang zu helfen denckt. Med. d. Landgrafen Ludwig VIII. v. HessenDarmst. Hoffmeister 3908 ff. Zwittermed. desselben um 1760. Ebendas. 5554.

Wohlgerathene jugend macht freude. Viereckige Stuttgarter Doppelducatenklippe. Binder 499.

Wohl dem, der freud an seinen kindern erlebt (Sirach 25, 10). Med. Sophia's v. Sachsen. Tenzel I, 296. Köhler I, 296. Ducaten bei Ampach 9062 u. 63. Klippe bei Hauschild 2628. Jeton v. 1790, Wellenh. II, 15171. Hamburg. Denkm. Gaedech. II, 130.

A. Wohl dem, der genvg klugheit hat --- R. Vnd frei

anfechtungen pleiben kan. Jeton des Joachimsthaler Münzmeisters Jörg Gaitzkhofler v. Gailenbach v. 1564. Böhm. Med. S. 62. Wellenb. II, 13731.

Vor

Zu Gott allein mein hoffnung. Thaler des Grafen Philipp Ernst v. Mansfeld v. 1617 — 21. 24–26. Auch Viertelsthaler, Gulden u. halbe Gulden desselben v. 1624, und Doppelducaten v. 1620. Auch auf einer neueren Med. f. Melchior Peuntner o. J. Imhof II, 861. Und in der Fassung:

Zu Gott mein hoffnung, auf einer Med. f. Sebastian Egerer v. 1583. Böhm. Med. S. 46.

Zu Gott mein trost allein sunst anders kein. Med. f. Christian III. v. Schleswig-Holstein v. 1541. Heraeus 23, 14.

A. Zu Jesu lasst die kinder kommen, von ihm sie werden aufgenommen. R. Von sunden wascht die tauff vnd schliesst den himmel auff. Taufpfeng. Kreber II, 360.

Zu sehen ist das beste im spiel. Jeton mit der Enle. Hausch. 2820. Köhler III, 419. Uebersehen ist d. b. i. spil. Agricol. I, 121.

Zu spatt kan die reu nimmer seyn, wan sie geht aus dem herzen rein. Inschrift auf einer Magdeburger Med. v. 1631 nach der Erstürmung. Leitzm. 20, 130.

Zu viel ist ungesund. Satyrische Med. v. 1707 (dabei ein vomirender Jesuit). Ampach 9236. Agricol. I, 37.

Z wispalt gros g vet verzert. Einikeit das wenig mehrt. Rechenpfeng Geizkofler's 1586. Wellenh. II, 13729. „Concordia res parvae ect.“ = einigk. vermehrt, vneinigkeit verzehrt. Lehm. 165, 17.

Die dialektfreie Aussprache des Hochdeutschen

nach physiologischen, sprachgeschichtlichen und statistischen Tatsachen.*)

Capitel III. Von der Aussprache des K, G, Ch, den Schriftzeichen für

die Gaumen- und Kehllaute.

§ 36. In gewöhnlicher Schrift müssen die drei Buchstaben k, &, ch für die Bezeichnung von sechs verschiedenen Lauten **) ausreichen, für 1. den harten tonlosen Gaumen- und KehlVerschlusslaut. .

k in Ecke, packen, Kuh. 2. den weichen tönenden Gaumen- und Kehl-Verschlusslant

& in gern, egal, Agent. 3. den harten tonlosen Gaumen-Dauerlaut I in ich, weich. 4. den harten tonlosen Kehl.Dauerlaut x in ach, Wucht. 5. den weichen tönenden Gaumen-Dauerlaut

y in Könige, legen. 6. den weichen tönenden Kehl-Dauerlaut g in lagen, zogen. ***)

Die Verwandtschaft dieser Laute unter einander ergiebt sich auch

*) Fortsetzung der Aufsätze aus Archiv Bd. LIV, Heft 3 u. 4, Bd. LVII, Heft 1, Bd. LVII, Heft 3 u. 4.

**) Vgl. § 22.

***) Von dem Nasallaute Ng = ñ wird erst im folgenden Capitel gehandelt.

daraus, dass sie oft innerhalb der Ableitungsreihe eines einzigen Wortes wechseln, z. B.

biegen Bogen Buckel Bühel, Bucht zöge Herzoge zucken ziehen Zucht züchtig Hügel

Höcker Höhe hoch höchste gediegen dick gedeihen

dicht Flügel flogen Flocke fliigge Flug Schlägel schlugen Schlacke Schlag schlachten Schlächter

§ 37. Wir betrachten zuerst die Aussprache des Buchstabens K, über welche nur sehr geringe Meinungsverschiedenheit herrscht. Das einzige Auffallende, was mir hierüber zu Gesicht gekommen ist, steht im 2. Heft Bd. LVII des Archivs, in einem Aufsatze von J. F. Kränter, über die ,, Verkommenheit der Volksmundarten“. Auf S. 206 heisst es: „... eine Verkebriheit begeht Jedermann, welcher kch (ch ist hier zu sprechen wie in ich, echt, nicht wie in ach, Sache, suchen) dem einfachen k gleichstellt: nach dem allgemein üblichen Gebrauch ist das letztere zu hören in packt, rückt, wechseln (= wäk. seln), zurückfabren, Stöcke, wecken u. s. w., jenes kch hingegen in Kiel, Kien, Kiefer. Wenn ein so handgreiflicher Unterschied nicht bloss übersehen, sondern sogar hartnäckig abgelengnet wird, so kann es nicht Wunder nehmen, dass man allgemein glaubt, Tasse, Taube, toll, Polen ... zu sprechen, während man in Wirklichkeit Thasse, Thaube, tholl, Pholen mit grösster Deutlichkeit hervorbringt.“

In diesen Sätzen ist viel Unrichtiges behauptet.

1) Wenn wir die oben beschriebene Aussprache von Kiel, Kien u. s. w. nach unserem Systein der Aussprache konstruirten, so würde dieselbe wie kxil, kxin lauten; Herr Kräuter behauptet ja, dass in diesen Wörtern zwischen dem K und dem nächsten Vokal ein Ch mit Ichlaut eingeschoben werde. Dass dies von einzelnen Individuen geschehe, will ich nicht in Abrede stellen; ich habe selbst Derartiges zuweilen gehört, verhältnismässig am häufigsten an der Saale und mittleren Elbe; es ist mir aber keine Gegend nördlich von der Linie KölnBreslau bekannt, wo diese fehlerhafte Aussprache durchgehende Eigentümlichkeit des betreffenden Heimatsdialekts wäre. Ebenso ist jeder Schauspieler, welcher Wert auf Sauberkeit der Aussprache iegt, von diesem Fehler durchaus frei und schiebt ebenso wenig in Kien einen

wenn

Ichlaut ein, wie Herr Kräuter darauf verfallen würde, in Kahn oder Kern diesen Laut einzuschieben. Es ist kein Zufall, dass er nur solchen Wörtern, welche mit Ki anfangen, sein Kch zuspricht: die Mundstellung, welche der Vokal I beansprucht, ist der des Ichlautes sehr ähnlich, und daher mag es kommen, dass Leute mit etwas ungefügen Sprechorganen sich eines eingeschobenen Ch als Fahrgelegenheit bedienen, um vom K zum I zu gelangen; aber das ist eine Unart des Sprechens und durchaus nicht gut hochdeutsch.

2) Ebenso unrichtig ist die Behauptung, dass man allgemein Thasse, Pholen anstatt Tasse, Polen spreche. Neu ist sie nicht: ich habe sie auf der Universität gehört, wo sie mir von einem Lehrer, der über Aussprache kein eigenes Urteil hatte und auch nicht haben konnte, da er sehr undeutlich sprach, vorgetragen wurde, und habe dann eine Reihe von Jahren hindurch auf diesen Punkt geachtet, habe auch mitunter Leute getroffen, die wirklich so sprachen, die unwillkürlich auf diese Absonderlichkeit verfielen, um ihren Worten einen recht pathetischen Anstrich zu geben. Es klingt doch gar zu feierlich,

man von „Mhenschen whürde“ und von „V holksbeglhückung“ spricht. Bei zwei Predigern ist mir diese Aspiration bisher am unangenehmsten aufgefallen, und doch waren sie von dieser Upart meistens frei, wenn sie sich zwanglos unterhielten, ja sie wollten es nicht einmal zugeben, dass sie beim öffentlichen Vortrage mit dem H doch gar zu verschwenderisch umgingen. Schauspielern begegnet es auch ziemlich oft, dass sie den scbhönen Thag prheisen, who der Soldhat ins Lheben hheimkhert“, aber daraus darf man wohl nicht den Schluss ziehen, dass das ganze deutsche Volk hinter anlautendem T und P ein vollkommen unmotivirtes h einschiebt. Ich habe schon seit mehr denn 20 Jahren die Aussprache der Gebildeten belauscht, habe ein ziemlich gutes Gehör, was ich dadurch beweisen kann, dass die von mir im Archiv LIV, S. 378 und im Programm des Lemgoer Gymnasiums 1876 aufgestellte Vokaltabelle von Sachverständigen zustimmend beurteilt und mehrfach citirt worden ist; und doch kann ich Herrn Kräuter, selbst auf die Gefalır hin, von ihm des hartnäckigen Ableugnens beschuldigt zu werden, anfrichtig versichern, dass ich unter je 1000 Menschen höchstens Einen getroffen habe, der zu weilen so sprach.*)

*) Die Leser des Archivs werden gewiss überrascht worden sein von der Sicherheit, mit der in dem oben erwähnten Aufsatze behauptet wird,

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