Page images
PDF
EPUB

(Ibid.) If trembling I inhabit then, Delius übersetzt to inhabit durch: zu Hause bleiben. Ich vermuthe, dass trembling Object zu inhabit ist: Wenn ich dann das Zittern zu meiner Wohnung mache, oder auch: wenn ich dann das Kleid des Zitterns anlege.

(Ibid.)

You make me strange

Even to the disposition that I owe. Aus Rosse's Frage: What sights, my lord? geht hervor, dass diese und die folgenden Worte nicht, wie Delius meint, an Lady M., sondern an die ganze Gesellschaft gerichtet sind. Delius übersetzt die Stelle: „Du machst mich an mir selbst, an meinem eigenen Naturell, irre etc.“ Der richtige Sinn ist: Ich bin ohnehin aufgelegt, ausser mir zu sein, aber indem ihr solche Gesichte so ruhig anseht, bringt ihr mich noch mehr ausser mir. (Ibid.) And keep the natural ruby of your checks,

When mine is blanched with fear.

Aus dem Irrthum, dass Macbeth nur Lady M. anrede, ergiebt sich dann weiter, dass Delius mine auf the natural ruby bezieht, während es im Gegensatz zu den cheeks aller Anderen my cheek bedeutet. Daher steht auch is nicht für are im Sinne Sh.'scher freier Construction, wie Delius, nach dem Vorhergehenden, inconsequenter Weise erklärt.

(Sc. 6.) Die ganz unverhüllte Ironie im ersten Theil der Rede des Lenox fasst Delius als vorsichtige Zurückhaltung dem anderen Lord gegenüber. Aber abgesehen davon, dass dieser ein ausgesuchtes Mondkalb sein müsste, um die wahre Meinung nicht zu merken, geht ja Lenox in den offensten Freimuth über, ehe der Andere noch ein Wort gesagt hat, und sobald dieser spricht, zeigt er sich als einen engverbundenen Gesinnungsgenossen von Lenox.

(A. IV. Sc. 1.) Harpier. Sollte dies räthselhafte Wort nicht durch harrier, welches Mäusefalk heisst, zu ersetzen sein?

(Sc. 2.)

the poor wren

will fight,
Her young ones in her nest, against the owl.

Die Kommas hinter fight und nest sind vom Uebel: der Zaunkönig vertheidigt (fights) seine Jungen in seinem Nest gegen die Eule. Wenn es heissen sollte: Er kämpft gegen die Eule, wenn die Jungen in seinem Nest sind, würde Sh. schwerlich fight against the owl, sondern eher fight the owl gebraucht haben.

(Ibid.) I pray you, school yourself. Nach Delius' Meinung liegt der Nachdruck auf yourself und will Rosse, Lady Macduff solle sich wegen ihrer maasslosen Reden selbst in die Zucht nehmen, nicht aber ihren Gatten. Er bittet sie wohl eher, sich in Geduld zu ergeben; gerade was er zu Macduff's Vertheidigung sagt, beweist, dass er ihr innerlich Recht gibt. (Ibid.) Each way,

and move. Die Vermuthung der Cambridge Edd.: Each way, and none, trifft so augenscheinlich das Richtige, dass die Lesart in den Text aufgenommen sein müsste.

(Sc. 3.) A good and virtuous nature may recoil

In an imperial charge.

Delius: „Eine gute und tugendhafte Art, wie sie Macduff vielleicht eigen ist, mag sich verstecken, zurückweichen, wenn es sich um einen königlichen Befehl handelt.“ Dies berücksichtigt nicht das vom Abfeuern und Rückstoss eines Geschützes entlehnte Bild; die königliche Ladung verdrängt die gute Natur aus ihrer Stelle.

(Ibid.) Convey your pleasures in a spacious plenty.

Dies heisst: Ihr dürft Eure Lüste auf einem weiten Meer des Ueberflusses schiffen lassen. Dass es heimlich geschehen kann, steckt nicht, wie Delius meint, schon in dem Begriff von to convey, sondern wird erst in der nächsten Zeile gesagt und sogar ausdrücklich mit and yet angeschlossen.

(Ibid.)

Summer-seeming lust.
Summer-teeming scheint vorzuziehen zu sein.

(A. V. Sc. 2.)

their dear causes
Would, to the bleeding and the grim alarm
Excite the mortified man.

Delius: „Selbst ein durch ascetische Kasteiungen irdischem Treiben und Trachten abgestorbener Büsser oder Heiliger würde für eine so wichtige, dringende Sache in den blutigen und schrecklichen Kampf ziehen.“ In Jul. Caes. II. 2 steht: Thou, like an exorcist, hast conjured up my mortified spirit. Schon hieraus ergiebt sich, dass vorstehende Erklärung nicht richtig sein kann. Die Stelle heisst: Selbst Todte würden durch eine Sache wie die Malcolm's und Macduff's ins Leben zurückgerufen werden und mit von Frischem blutenden Wunden grimmig zu den Waffen greifen. (Alarm = aux armes !)

(Ibid.) He cannot buckle his distemper'd cause

Within the belt of rule.

Nicht „80 aufgelöst und zerrüttet“, sondern so krank und davon so aufgetriebenen Leibes ist seine Sache, dass sich der Gürtel der gewohnten Ordnung oder vielmehr der gesunden Vernunft nicht mehr zuschnallen lässt.

(Ibid.) Now minutely revolts upbraid his faith-breach.

Revolts erklärt Delius durch Empörungen; nach Analogie einer Stelle in K. John: Lead me to the revolts of England here, dürfte es durch Empörer zu übersetzen sein. (Ibid.)

those linen cheeks of thine

Are counsellors to fear. Wie ich vermuthe, hat Sh. hier an spiritual counsellors und an die Leinwandärmel der englischen Geistlichkeit gedacht; dann steckt in cheeks ein Anklang an sleeves.

Deutsche Spruchweisheit
a uf Münzen, Medaillen und Marken

von

C. Schulze.

(Schluss.)

Mags doch sein, lebt doch unser herr Gott noch. (= „Gott lebt noch“.) Schaumnz. Amp. 9175.

A. Mancher dvnckt sich in seinem sin gar klvg, vf die letzt hat er an einer genvg.

R. Wunder, wonder vber wvnder, ein fvchs vff dem bavm vnd vogel drvnder. Spottm. Joh. Casimir's v. SachenKoburg auf die vermeintliche Untreue seiner Gemahlin. Vgl. der sich klug dünckt, dem hengt torheyt an, Werdea A iiij.

Mars sich nach Cupido richt. Venus schevt die waffen nicht. Münze f. d. Beilager des als kaiserl. Generalfeldmarschall abziehenden Markgrafen Christ. Ernst v. Baireuth u. Elisab. Sophie v. Preussen, 31. März 1703.

Mein anfang vnd endt stehet alles in Gottes hendt. Nürnbg. Med. f. Konr. Wurm o. J. Imhof II, 950. Begräbnissthaler Anna Sophias v. Schwarzburg 1652. Köhler 11, V. 25. Schon bei Vrîdank 175, 16: anevanc und ende stânt in gotes hende, fehlt aber bei Wander.

Mein end u. leben ist Gott ergeben. Begräbnissthaler des ältest. Prinzen Ludwig sen. v. Anhalt-Cöthen 1624. Madai 1005. Köhler I, 201. Archiv f, n. Sprachen. LVIII.

21

Mein gelt ist klein (rund) das ich borg allen. Niederländ. Klippe um 1555. Wellenh. II, 9147.

Mein glück und kraft kommt von Gottes macht (m. g. v. k. k. v. g. m.). Spruchgroschen der Kipperzeit, Fried. Ulrich v. Braunschw. Leitzm. 19, 75. Nach Appel III, 434: Mit glück vnd kunst kann kein verlust geschehen mir. Braunschw. Jet. 1619.

Mein hofn vng steht allein zv Gott, er ist getrev vnd hilft avs not (1 Corinth. 10, 13, vgl. Petri 1, 46). 11/2 Thaler Rudolfs v. Schaumburg 0. J. Mad. 4364

Min hofn vng zv Got allein. Med. Friedr. II. v. Dänem. 1582. Köhler 10, 129, mit dem Zusatz: dann trew vnd glauben ist worden klein, bei Gruter III, 68.

Mein kind folgst du der eltern rath, gibt Gott durch engel rath und that. Med. Amp. 9198.

Mein stercke glvc vnd lob est mein her vnd Got, exod. 15. Gegoss. Silbermed. d. Landgraf. Philipp des Grossmüth. v. Hessen 1535 u. 37. Hoffmeist. 278.

Mein trost zv Got mich nie verlasen hot. Silbermed. d. Katharina v. Loxau v. 1535. Böhm. Med. 311.

Meine höchste weisheit ist Jesus Christus. Med. f. d. Tod der Herzogin v. Sachsen-Merseburg, Erdmuth Doroth., v. 1720. Leyser C, 1622. Christum lieb haben ist besser denn alles Wissen, Luther 399.

Mensch bedenck das leben dein grosse frevd oder ewige pein - wirdt dein letzter lohn sein. Jet. d. Magdebg. Münzmeist. K. Hunt v. 1586. Leitzm. 29, 92.

Mensch bis frolich, drink v. is, vnd das lezte schtund nit vorgis. Jet. Weller's v. Molsdorf 1546. Reinh. 6254 ähnlich : trink u. iss, Gottes nicht vergiss. Agricola.

Mensch deine sünden mehren sich, drumb schlägt Gott mit dem † auf dich, doch wann dich schlägt die eine handt, so kompt die andr vnd bringt das bandt. Nürnbg. Med. f. d. westphäl. Frieden 1648. Imhof II, 100. Gott schlägt mit der einen Hand und heilet mit der andern. Wander II, 43, 978.

Menschen wagen, wiegen, wanken, Gott hält alles doch in schranken. Wermuth. Med. f. d. europ. Kriegszustände v. 1712, specif. 31.

« PreviousContinue »