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G. Büchmann, Geflügelte Worte. 10. Auflage. Berlin 1877.

Von einem Buche, dass seit seinem ersten Erscheinen (1864) nicht weniger als 10 Auflagen, also fast in jedem Jahre eine erlebt hat, kann man wohl mit Sicherheit bebaupten, dass es eine lebhafte Aufnahme gefunden hat. Und in der That, wir besitzen in Büchmann's Werk eine vortreffliche Sammlung des Citatenschatzes des deutschen Volkes, welche an Vollständigkeit kaum noch etwas zu wünschen übrig lässt. Darum ist auch die Nachlese, die wir hier bieten, nur ziemlich gering. Wir haben vielmehr hauptsächlich die Absicht, auf Einiges aufmerksam zu machen, was uns bei der Lecture des Buches als unrichtig entgegengetreten ist.

S. 29. Fortes fortuna adiuvat steht auch Cic. Tusc. 2, 4, 11. S. 54. Fischart's Schrift von 1575 heisst „Abenteuerliche (eigentlich affenteuerliche) und ungeheuerliche Geschichtsschrift.“ S. 55. Grobianus Tischzucht erschien bereits 1538, nicht erst 1556. Bei dem Ausdruck Grobian könnte vielleicht noch an Leiermatz (Titel eines Schwankbuches vom Jahre 1668: „Des uralten jungen Leiermatzes lustiger Correspondenzgeist), Maulaffe (Der politische Maulaffe von Joh. Riemer, 1679), Grillenfanger (Der politische Grillenfänger von B. S., 1682), Klatschmaul (Das politische Klatschmaul von Jaques Gervais, 1683), Schlampampe zur Bezeichnung einer unordentlichen Frau (der Titel einer in Hamburg 1696 aufgeführten Oper), Fläz, der stärkere Ausdruck für Grobian, der von dem jenaischen Streittheologen Flacius Illyricus († 1575) stammt, erinnert werden. S. 57. Der Verfasser des 1572 erschienenen Sehwankbuches „Sechshundert sieben und zwanzig Historien von Claus Narren“ heisst Wolff Büttner, nicht Wolfgang Buttler. Der „kurzweilige Zeitvertreiber“ wird von Büchmann in den verschiedensten Auflagen angefübrt, S. 57 wird die fünfte Auflage von 1717 genannt, welche Seite 151 schon 1700 erscheint; S. 62 wird die 2. Auflage ohne Jabr, S. 84 dieselbe Auflage von 1668, S. 112 eine (wahrscheinlich die erste) Ausgabe von 1666 angefübrt. In den mir zu Gebote stehenden Handbüchern der Literaturgeschichte fehlt das Buch gänzlich. Ich finde nur „Kurzweilige Reissgespräche“ von 1645 und „Kurzweiler Polyhistor“ von 1719. – S. 66. Der aus Gellius 13, 17 mitgetheilte Vers eines griechischen Parömioden verdankt seinen Ursprung einer in Homer's Odyssee mitgetheilten Scene. Odyss. 22, 9 f. beginnt die Rache des Odysseus an den Freiern damit, dass er dem Antinous, welcher gerade den Becher zum Munde führen will, einen Pfeil in die Gurgel schiesst, während Antinous nicht das Mindeste von dem drobenden Unheil abnt. Der von Büchmann angeführte lateinische Hexameter war in der von Gellius 13, 17 angegebenen knappen Fassung „inter os et offam“ weit bekannter und verbreiteter. S. Hartung im Programm der Realschule 1. Ordnung zu Sprottau 1871 S. 5. $. 67. Kann nicht bei dem Grillparzer'schen Werke an die Travestie: „Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr“ erinnert werden? S. 70. Der Herausgeber von Mich. Richey's Gedichten ist Gottfried Schütz, nicht Schütze.

S. 71. Warum wird das Erscheinen von Kirchhof's Wendunmut so unbestimmt ins 16. Jabrhundert gesetzt? Das Buch erschien zu Frankfurt 1563.

- 'S. 71. Lyrum Larum lyrissimum erschien 1700. S. 72. von Nicolay ist mit c, nicht mit k zu schreiben. S. 74. Ueltzer starb in Langlingen bei Celle, nicht in Langelingen. Ebendas. Karl Georg Neumann war Regierungsrath, nicht Medicinalrath, – S. 75. Fulda’s Trogalien erschienen 1797, nicht 1787. S. 99. Das Fastnachtsspiel von Peter Probst heisst „Vom kranken Bauer und einem Doctor samt seinem Knechte Simon Hempel“, nicht von einem kranken Doctor und einem Bauer“. S. 100, Z. 2 ist Johann Lauremberg zum Unterschied von Peter Lauremberg zu schreiben. Die vier Scherzgedichte erschienen 1653. S. 101. Honoré d'Urfé starb 1625. Der Roman L'Astrée erscbien 1612. Bei Céladon ist daran zu erinnern, dass es der Beiname des Pegnesischen Blumengenossen und kaiser

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lichen Hofpoeten in Wien Christoph Adam Negelein war, der 1701 starb.

S. 102. Georg August Detharding war nicht Professor in Altona, sondern dänischer Justizrath und Syndicus des Domstiftes in Lübeck. Er ist auch Uebersetzer von Holberg's Lustspiel ,Der politische Karnegiesser", was wohl zu S. 103 erwähnt werden konnte. S. 106 wird unter Collation richtig auf das Lesen eines Capitels vor dem Essen aufmerksam gemacht. Hierauf konnte bei Seite 232 verwiesen werden. Ebendas. Bei Vademecum darf wohl an Lessing's Vademecum für den Herrn Sam. Gotthold Lange, Pastor in Laublingen, Berlin 1754, erinnert werden, das dem Uebersetzer des Horaz eine traurige Berühmtheit verschafft hat. Ebendas. Die Schrift „Pia desideria“ gab Spener 1678 heraus, nachdem er schon 1675 in einer Vorrede zu Arndt's Postille (so ist zu schreiben) sein Herz ausgeschüttet und manches Gemüth heilsam bewegt hatte. S. Hagenbach, Kirchengeschichte V, 201. Wenn Büchmann sagt, zuletzt seien die pia desideria als Vorrede zu „Arnd's Postillen“ erschienen, so ist dies „zuletzt“ nicht klar. – S. 107. Ueber den Calembourg der Franzosen sagt der General-Postmeister des deutschen Reichs Dr. Stephan in seinem am 17. Februar 1877 im wissenschaftlichen Verein zu Berlin gehaltenen Vortrage über die Fremdwörter, dass er nach Chasles (études sur l'Allemagne 1854) von einem deutschen Abte Grafen von Kalemberg berrühre, dessen schlechtes Französisch zu lächerlichen Verwechselungen Anlass zu geben pflegte, S. 109. Der Verfasser des poetischen Trichters ist Harsdörffer, nicht Harsdörfer. S. 111. Wie Schilda, so sind auch Scböppenstedt, Buxtehude und Mölln zu nennen, letzteres birgt das Grab Till Eulenspiegel's. – S. 112. Die Ethnographia mundi des Olorinus Variscus (pseudonym für Johann Sommer aus Zwickau, Pastor in Osterweddingen, der sich auch Theander und Therander nannte) erschien zu Magdeburg 1609, nicht 1610. S. 114. Whatever is, is right, den Ausspruch Pope's, schrieb der Prediger Joh. Friedr. Zöllner in Berlin dem ihm befreundeten Kriegsrath Ursinus am 17. December 1788 in sein Stammbuch. S. 115. Statt Zesen empfiehlt sich Philipp von Zesen zu setzen. S. 116. Der deutsche Michel von Grimmelshausen ist ohne Angabe des Jahres erschienen, es ist daher die Zahl 1673 cht sicher. S. 119. L'Avocat Pathelin erschien zu Paris 1490. Der Verfasser Pierre Blanchet war ein Geistlicher. S. 156. Die Erzählung vom Proteus steht Hom. Oct. 4, 385 -463, nicht 460. S. 160. Der dem Cicero zugeschriebene Ausspruch lautet nicht esse oportet ut vivas, non edere ut vivas, sondern esse oportet ut vivas, non vivere ut edas. Er steht ad Her. 4, 28, 39. Die Schrift wird jetzt nicht mehr dem Cicero, sondern dem Cornificius zugeschrieben. S. 166. Den Spruch des Epictet theilt Gellius 17, 19, 6 nicht in der lateinischen Form sustine et abstine, Sondern in der griechischen ανέχoυ et απέχου mit. S. 167. Zu nervus rerum ist zu bemerken, dass Cicero in der Rede für den Oberbefehl des Pompejus 7, 17 die vectigalia als die nervi rei publicae bezeichnet: etenim si vectigalia nervos esse rei publicae semper duximus. Ferner sagt er Phil. 5, 2, 5: quid est aliud omnia ad bellum civile hosti arma largiri? primum nervos belli, pecuniam infinitam, qua nunc eget, deinde equitatum, quantum velit. Ebendas. Z. 24 ist erschienenen“ zu lesen statt „erschienenem“.

S. 169. Panischer Schreken (rávera sc. Seiuata) findet sich nicht erst bei Cicero, sondern schon bei Aeneas in seinen Tactica 27. - S. 171. Oleum et opera steht nicht Cic. ad Att. 13, 28, sondern 13, 38; ausserdem noch in demselben Sinne ad Att. 2, 17. Dazu könnte noch kommen: Oel ins Feuer giessen, d. h. das Uebel vergrössern, welches sich bei Hor. sat. 2, 3, 321 findet (oleum addere camino). Ebendas. Vae victis steht nicht Plaut. Pseud. 5, 235, sondern 5, 2, 19. S. 172. Die Stelle aus Aristophanes Plutos steht nicht 1155, sondern 1151. Ebendas. Oderint dum metuant steht Cic. p. Sest. 48, 102; de off. 1, 28, 97. So auch bei Büchmann, nur nicht mit Angabe der Paragraphen, die er jedoch bei der aus der ersten philippischen Rede (1, 14, 34) citirten Stelle hat. Warum schlägt Büchmann

nicht ein gleichmässiges Verfahren ein? Ebenso vermissen wir die Angabe der Paragraphen $. 173 bei hinc illae lacrimae p. Cael. 25, 61, sowie S. 174, 176—179 bei den aus Cic. de off., p. Rosc, Amer. und der zwölften philippischen Rede angeführten Stellen. Zu S. 113 tragen wir nach, dass Amantes amentes der Titel eines Lustspiels Gabriel Rollenhagen's vom Jahre 1614 ist; d. i. ein sehr anmuthiges Spiel von der blinden Liebe, oder wie man's deutsch nennet, von der Leffeley. S. 174. Wider den Hoffartsteufel erscbien Frankfurt 1560 von Joachim Westphal, nicht auch von Cyriacus Spangenberg.

S. 182. Zu Ovid 5, 333 ist zu setzen „Verwandlungen“. S. 199. Pia fraus ist der Titel einer Flugschrift des dreissigjährigen Krieges vom Jahre 1620: Pia fraus oder spannisch Natur, welche durch die geschworne spanische Diener, die Jesuiten, in alle teutsche Gemüther zu pflanzen begert und unterstanden. Aus Stephan's Vortrag tragen wir zu S. 159 nach, dass dem Athener Akademus in der Akademie ein beneidenswerthes Sprachdenkmal, dauernder als Erz und Marmor, geworden ist; zu S. 255, dass der „Tag von Damascus“ eine plötzliche Umkehr der Ansichten bedeutet; zu S. 110, dass Stephan der Herleitung des Wortes salbadern von salvatern den Vorzug giebt, indem diese an die Bacchusberedtsamkeit bei den Salvatorfesten erinnern. Endlich erfahren wir von Stephan, dass man von einem beschränkten Menschen wohl zu sagen pflege, ihm feble die altera pars Petri, eine Redensart, die sich von der Logik des Petrus Ramus herschreibt, deren zweiter Theil von den Urtheilen handelte. S. 217. Bei Periculum in mora dürfte die scherzhafte Umänderung in Pericles in Morea zu bemerken sein. Auch fehlt das Wort Finis coronat opus, dessen Ursprung wir allerdings nicht angeben können. S. 246. Nach 2. Cor. 12, 2 war Paulus entzückt bis in den dritten Himmel. S. 197. Moschewsch's Gesichte Philander's von Sittewald erschienen bereits 1643, nicht erst 1644. Melander's Joco-Seria werden S. 210 und 307 nach der Ausgabe von 1603 citirt. Sie erschienen bereits 1600. Uebrigens ist Melander S. 52 nicht erwähnt, wie im NamenRegister angegeben wird. S. 212. Gartner's Proverbialia dicteria erschienen nach, Gödeke Grundriss S. 112, nicht schon 1566, sondern erst 1570. S. 212. Zincgref's Apophthegmata erschienen zuerst 1628, die Weidner'sche Fortsetzung aber 1653, nicht 1655. Die ersteren erscheinen S. 304 schon 1626 statt 1628. S. 212. Burkh. Waldis „ein wahrhaftige Historien von zweyen Mecessen“ erschien 1543. S. 213. Taubmanniana erschienen bereits 1703, nicht erst 1710. S. 215 findet sich Z. 20 ein Druckfehler. Es muss heissen „des Vater Unser“ statt „das V. U.“ – S. 226. Gabriel Voigtländer's Allerhand Oden und Lieder erschienen 1650. Büchmann führt ein Citat an, doch sagt er S. 226, er habe keiner der Ausgaben von_1642, 1650 und 1651 habhaft werden können. S. 286. Der Gebrauch des Participiums in dem Satze: „das als oberste Autorität betrachtete französische Wörter. buch Littrés“ ist nicht correct. Es muss heissen: das Wörterbuch, das als oberste Autorität betrachtet wird. Zu den französischen Citaten lässt sich das von Lessing häufig gebrauchte Wort des Riccaut in der Minna von Barnhelm, Act 4, Scene 2: Tous les gens d'esprit aiment le jeu jusqu'à la folie (oder fureur) zählen. Fedor Wehl, Hamburgs Literaturleben im 18. Jahrhundert, Leipzig 1856, S. 161 erzählt: Lessing spielte in Hamburg gern vor Tische mit der Professorin Büsch und der Münzmeisterin Knorre einige Partien L'hombre und pflegte, darüber aufgezogen und geneckt, jene Worte lachend zur Antwort zu geben. Von Alkyonischen Tagen redet man nach Aristophanes Vögeln von 1594. - „Reime dich, oder ich fresse dich“ ist der Titel einer Satire, welche dem Gottfr. Wilb. Sacer (1635–1699), Kammerconsulent in Braunschweig, zugeschrieben wird. Sie erschien zu Nordhausen 1673. Der Ausdruck: „Jemandem etwas sub rosa sagen“, schreibt sich her von der früheren Sitte der Bremer Rathsherren, ihre Sitzungen in einem Tbeile des Rathskellers zu halten, in welchem der Rosenwein lag und an dessen Decke eine grosse gemalte Rose mit Umschrift sich befindet. Was Archiv f. n. Sprachen. LVIII.

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„sub rosa“ verhandelt wurde, verlangte tiefes Stillschweigen; Der Be. gründer der unter dem Namen Pietismus bekannten theologischen Richtung, Spener, richtete zur sittlichen Hebung seiner Gemeinde collegia pietatis ein, woraus sich der Name Pietismus erst bildete. Die Bezeichnung Schulfuchs verdankt ihre Entstehung einem Professor der griechischen Sprache an der Universität Jena, Mag. Justus Ludwig Buesmann, der vor seiner Berufung als Universitätslehrer seit 1552 Rector des Rathsgymnasiums in Naumburg a. d. S. und seit 1558 Rector in Zwickau gewesen war. Als er 1574 nach Jena kam, trug er einen mit einem Fuchspelze verbrämten Mantel. Wegen dieses Gewandes, und wegen seines früheren Lebens als Schulmann, nannte man ihn Schulfuchs (vulpecula scholastica). Von ihm ging der Name auf alle Schulmänner über und es entstand eine ziemlich umfangreiche Schulfuchsliteratur. Auch verdient erwäbnt zu werden, dass zu Rapperswyl 1673 ein Buch erschien unter dem Titel: Der pedantische Irrthum des überwitzigen, doch sehr betrogenen Schulfuchses samt angehencktem singenden Possenspiele, die Sutoria-Magistrate seltzsame Metamorphosis genannt. -- Die Ausdrücke Labyrinth, Lethe könnten wohl auch Berücksichtigung finden. Ebenso error in calculo und beati possidentes. Wer diese aber zuerst gebraucht hat, wird sich nicht leicht sagen lassen.

Wir schliessen diese Anzeige mit dem Wunsche, dass der Verfasser des angezeigten Buches rustig weiter arbeiten möge, damit sein Buch eine immer vollkommenere Gestalt gewinne. Die Freunde seines geschätzten Buches mehren sich täglich, und es wird bald keinen Gebildeten mehr geben, der es nicht besässe. Verden.

H. Holstein.

Studium und Unterricht des Französischen. Ein encyklopädischer

Leitfaden von H, Breitinger, Prof. der neueren Sprachen an der Universität Zürich. Zürich 1877. Fr. Schulthess.

192 S. -- 2,80 M. Ein werthvolles Hülfsmittel, das verdient, allen Freunden der französischen Sprache empfohlen zu werden. Inhalt: Einige einleitende Capitel über Aussprache, Orthographie, Interpunktion, Accente, Silbentheilung und Formenlehre; sodann vierzig Seiten Syntax, eine an die französische Grammatik von Dr. B. Schmitz sich anlehnende Uebersicht der syntaktischen Regeln; hierauf: lateinische Parallelen zur ranzösischen Syntax, Geschichte der französischen Grammatik, Sprachschatz, Lexica, Vocabularien. Gegenstand der nächsten dreissig Seiten bildet die Synonymik und zwar aus Lafaye, Schmitz und des Verfassers eigenen Collectaneen „dasjenige, was der Lehrer in der Scbule und der Schüler im Leben direct verwerthen kann. Die folgenden Capitel behandeln das historische Studium der französischen Sprache, die Geschichte der französischen Sprache mit der Entwicklung der poetischen Sprache, die Entwicklung der französischen Laute und FlexionsFormen, die Literaturgeschichte und Lecture, den praktischen Theil des Studiums (das Lesen, den mündlichen Vortrag, die Conversation, die schriftlichen Uebungen, die Gedächtnissübungen), die persönlichen Eigenschaften, die Auszüge, die Bibliothek und die Probélection. Im zweiten Theil, dem Unterricht des Französischen, kommen zur Sprache: die Methode, die Methoden, der Elementarcurs, der böhere Unterricht, die empfehlenswertbe einschlägige Literatur.

Vorliegende Arbeit ist eine geschickte Zusammenstellung alles dessen, was theils den Gegenstand des Studiums der französischen Sprache selber ausmacht, theils als Belehrung, Rath oder Warnung sonst wllkommen, ja

unentbehrlich ist. Der Verfasser weiss, wo die nicht unbedeutende Anzahl von Französisch Lebrenden der Scbuh drückt und kommt einem wirklichen Bedürfniss entgegen. Ganz besonders ist dieser Leitfaden demjenigen zu empfehlen, der zu seiner Ausbildung als Lehrer der französischen Sprache in die Fremde reist. Neben der Encyklopädie von Dr. B. Schmitz steht Prof. Breitinger's Werkchen unabhängig da und wird durch dieselbe durchaus nicht entbehrlich gemacht.

Bg.

mann.

F. L. Rhode's Praktisches Handbuch der Handels-Correspondenz

und des Geschäfts- Stils in deutscher, französischer, italienischer und spanischer Sprache. Siebente verbesserte und vermehrte Auflage, bearbeitet von Dr. Bernhard Leh

Frankfurt am Main, Sauerländer. 1876. Der Nutzen des vorliegenden Buches und seine Verbreitung werden durch die sieben Auflagen bezeugt, von denen die beiden letzten seit 1867 erschienen sind. Es enthält alphabetisch geordnet diejenigen Wörter und dazu gehörigen Redensarten, welche in der kaufmännischen Correspondenz eine Rolle spielen, wobei das Deutsche zu Grunde gelegt wird. Finden sich auch die meisten dieser Wörter in den guten Wörterbüchern, so fehlen in denselben doch oft die aus jenen gebildeten Phrasen, und in dem allgemeinen Wörterbuch erschwert die Masse des Gebotenen das Auffinden. Es empfiehlt sich darum für die besonderen Zwecke des Correspondenten ein Specialwörterbuch, vorausgesetzt, dass es die nöthigen Wörter und Redensarten einigermassen vollständig, stilistisch gut und sprachlich correct, giebt.

Was den ersten Punkt betrifft, so genügt das Rhode’sche Werk jetzt allen billigen Ansprüchen. Es wird mit der Zeit noch ein und das andere Wort hinzugefügt werden können, z. B. ausschütten (die Masse), Ausschüttung (der Masse), Nichtigkeit (s. Ungiltigkeit), und dies und jenes Wort kann füglich wegbleiben, um im allgemeinen Wörterbuch gesucht zu werden, z. B. beseelen, Blick, durchschauen, aber das Zuviel ist kein grosses Uebel, und bei 'fehlenden Artikeln wird man sich in der Regel durch Aufsuchung eines Synonymums aus der Verlegenheit helfen können.

Die Phraseologie ist, wie das Vorwort besagt, meist Originalbriefen, Geschäftsaufsätzen und Handelsberichten entnommen. Aber die stilistische Güte solcher Erzeugnisse wird häufig mit zu grossem Respect heurtheilt

. Französische Briefe sind darum noch lange keine Muster für Französisch, weil sie von Franzosen geschrieben sind. Die spanischen Originale, welche Herr Kotzenberg, seiner Handelscorrespondenz zu Grunde gelegt hat, enthalten zum Theil so verwickelte, langathmige Sätze, dass sie nicht zur Nachahmung empfohlen werden können.

Eine andere Gefahr bei einer Uebersetzung in fremde Sprachen, die weniger Geübten als Muster dienen soll

, ist entweder der zu enge Anschluss an das Original, oder die zu freie Behandlung desselben. Im ersten Falle wird die Uebersetzung incorrect, im letzteren leitet sie den Schüler irre.

Das Rhode’sche Buch hat beide Schwierigkeiten im Wesentlichen mit Glück überwunden. Einer erneuerten Prüfung empfehle ich: Wenn Sie so fortmachen, werden Sie sich ganz abarbeiten (A barbeiten 1), Abermalig, Darzählen, die freie Uebersetzung von Ausbeutung durch advantage derived from. In Bezug auf den dritten Punkt, die Correctheit der gegebenen

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