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Miscellen.

In der neuesten Zeit hat sich der englische Dichter Algernon Charles Swinburne einen weithin schallenden Namen errungen und namentlich durch seine Schöpfung „Bothwell“ nach dem Urtheile bedeutender Kritiker weit über alle seine Zeitgenossen erhoben.

Algernon Charles Swinburne wurde im Jahre 1813 zu Holmwood bei Henley on Thames geboren, erhielt seine erste Erziehung in Frankreich, wurde nachher in Eton auf die Universität vorgebildet, studirte in Oxford und verliess die Universität, ohne promovirt zu haben. Er verösfentlichte zuerst im Jabre 1861 zwei Dramen: „The Queen Mother und „Rosamond“, die nur eine küble Aufnahme fanden, während seine nächste, im streng classischen Stile gehaltene Tragödie „Atalanta in Calydon“, 1865, sowie das in demselben Jahre erschienene, im Stile des Elisabethänischen Zeitalters verfasste Drama: „Chastelard“ allgemeinen Beifall fanden und ibn den ersten lebenden Dichtern anreihten. Im folgenden Jahre veröffentlichte er „Poems and Ballads“, welche wegen ihrer Indecenz so heftigem Tadel begegneten, dass der Verleger sie, ob mit Zustimmung des Verfassers, weiss ich nicht, wieder aus dem Buchhandel zurückzog. Jedenfalls suchte Swinburne sich zu rechtfertigen und antwortete seinen Angreifern in „Notes on Poems and Reviews“, London 1866. Von beiden Bänden erschienen Ausgaben in NewYork, die Gedichte unter dem veränderten Titel: „Laus Veneris and other Poems and Ballads“ und die Antwort unter gleichem Titel wie die Londoner. Unterstützt wurde er in seiner Vertheidigung vom Kritiker W. M. Rossetti in dessen Schrift: „Poems and Ballads, a Criticism“, London 1866. Im Jahre 1867 veröffentlichte Swinburne seinen „Song of Italy“ und „Williain Blake, a Critical Essay“; im Jahre 1868 „Siena, a poem".

Von Tennyson kann man sicherlich, wie von wenigen englischen Dichtern sagen, er babe nie eine Zeile geschrieben, die er sterbend könnte gestrichen wünschen; er vertrat in seinen Dichtungen so recht die Keuschheit und Sittenreinheit, welche am englischen Hofe seit dem Regierungsantritt der jetzigen Königin und während ihres musterhaften ehelichen Lebens mit ihrem verstorbenen Gemabl, selbst ein Muster aller Tugenden, wie ihn Tennyson so schön und treffend geschildert, geberrscht hat. Diese Sittenreinheit war denn auch im Ganzen tonangebend für die englische Gesellschaft und das englische Familienleben, und wirkte auf diese ebenso ein, und hatte einen ebenso günstigen Einfluss auf die Literatur der Zeit, wie z. B. die Verderbtheit und Sittenlosigkeit eines Carl's II. auf die unter seiner Regierung. Es scheint aber, wie die Geschichte der Literatur aller Länder darthut, auch in ihr, wie in der Politik, Philosophie etc., das Reactionsgesetz sich geltend zu machen, nach welchem die Extreme nach irgend einer Richtung hin, nach einem gewissen Zeitraume in ihren Gegensatz umschlagen. Swinburne folgte auf Tennyson und Browning, wie Heine und das junge

Deutschland auf die Romantiker, und unternahm es, „das Fleisch zu rehabilitiren“, in anderen Worten, das Sinnliche wieder zur Geltung zu bringen, Dachdem es bei Jenen in den Hintergrund getreten war. In seinen „Notes on Poems and Reviews“ sagt er also: „In einem Dinge scheint es, babe ich mich geirrt: ich habe vergessen, meinem Werke die rechtzeitige Warnung eines grossen Dichters und Humoristen vorzusetzen:

„J'en préviens les mères des familles,
Ce que j'écris n'est pas pour les petites filles
Dont on coupe le pain en tartines; mes vers

Sont des vers de jeune homme." „Ich habe den Beweis übersehen, den jeder Tag klar macht, dass unsere Zeit nur Raum für diejenigen hat, die sich damit begnügen, für Kinder und Mädchen zu schreiben. Glücklicherweise braucht man nicht zu fürchten, dass der Bedarf an Milch für die kleinen Kinder noch eine Zeit lang nicht werde gedeckt werden. Es giebt nämlich moralische Milchmänner genug, die ihre Waare in den Strassen und Nebengassen ausrufen . . . Die Frage, um welche es sich handelt, ist, ob nicht Alles, was in der Kinderstube gelallt oder im Schulzimmer mit Fingern befasst werden kann, deshalb aus der Bibliotbek verwiesen werden, ob nicht der häusliche Kreis für alle Männer und Schriftsteller die äussere Grenze und der äusserste Gesichtskreis ihrer Leistungswelt sein soll. Die Literatur, die der Männer würdig sein soll, muss umfassend, freisinnig und aufrichtig sein; und wenn sie sich nicht mit dem vollen Menschenleben und der ganzen Natur der Dinge befassen soll, so wollen wir sie mit den Ruthen und Klappern der Kindheit bei Seite werfen. Auf wie wenige wirklich grosse Namen ist nicht dieser kleine und von Schmutz bedeckte Stein geschleudert worden! Ein Ruf scheint unvollkommen zu sein, dem nicht dieser Tribut ebenfalls gezollt worden ist; ein Juwel fehlt seiner Krone . . . Bei den englischen Versmachern ist die idyllische Form allein jetzt an der Mode ... Wir haben gute und schlechie, hässliche und hübsche Idyllen; Idyllen aus der Meierei und der Mühle; aus dem Speisesaal und der Wohnstube des Domprobstes . . . Die idyllische Form eignet sich am besten für Haus- und Schäfer - Dichtung; sie steht natürlich niedriger, als die tragische oder lyrische. Ihre sanften und jungfräulichen Lippen sind etwas schmal für den Strom und etwas kalt für das Feuer des Gesanges. Sie ist ganz passend als einzige Nabrung der Mädchen; aber nicht sehr als einzige Speise von Männern.“

Der Kritiker Austin bestreitet nun, dass Swinburne seiner vortrefflichen Theorie nach gehandelt habe: seine Dichtung sei gewiss nicht zur einzigen, ja nicht einmal zur theilweisen Nahrung für Mädchen geeignet, aber ebenso wenig seien seine Venus und Chastelards, seine Anatoria’s und Faustinen, seine Dolores, Sappho's und Hermaphroditus Speise für echte Männer. Er sei nicht nur nicht männlicher als Tennyson, sondern entschieden weniger männlich. Dann habe Tennyson zuweilen ebenso leidenschaftliche Gluth in seine Dichtung gehaucht, so z. B. in Fatima, wie Swinburne in die seinige. Wie Tennyson, der uns fast nur von Frauen singt, was Claribel, Lilian, Isabel, Mariana , Madeline, Adelmine, The Lady of Shalott, Oriana, Fatima, Eleanore, Oenone, The May Queen, The Miller's Daugbter, The Gardener's Daughter, Lady Clara Vere de Vere, Maud, The Idylls of the King, zur Genüge beweisen, so besinge Swinburne hauptsächlich die Liebe.

Hören wir jedoch nun eine andere Stimme über diesen Dichter.

Vor einigen Jabren widmete ihm die Westminster Review eine ausführliche Besprechung und konnte bei der Gelegenheit nicht umhin, auf Tennyson Bezug nehmend, gleich im Anfang zu constatiren, dass der mächtige Einfluss, den dieser auf die Jugend Englands unleugbar ausgeübt habe, bedeutend im Abnehmen sei. „Er (der Einfluss) hatte“, sagt der Verfasser des Artikels, „vor etwa 20 Jabren den Höhepunkt erreicht, seine Kraft aber hat

sich längst erschöpft und ist einer ruhigen, kritischen Schätzung gewichen. Tennyson's Gedichte liest man, wie sie stets werden gelesen werden, als classische Werke; sie werden aber nicht mehr mit Andacht als göttliche Dolmetscher, Freunde, Mabner, Führer und Troster gepflegt. Seitdem der Laureatus seine besten Werke geschrieben, haben sich die Zustände verändert; es gilt nicht mehr, dieselben Probleme zu lösen, dieselben Ziele zu erreichen, dieselben Hindernisse zu überwinden; und die Zeit verlangt einen neuen Lehrer, bisher ohne Erfolg und selbst mit geringer Hoffnung auf dessen Ankunft.“

Man wird hierin eine weitere Bestätigung meiner oben ausgesprochenen Ansicht über diesen Dichter finden. Classisch in der Form, war der Inhalt seiner früheren Dichtungen lehrhaft, war seine Muse: Tendenzpoesie. Als solche konnte sie, eben wie die Lehren seines Meisters Carlyle, nur von vorübergebendem Einflusse sein, denn: andere Zeiten, andere Sitten, oder sagen wir hier, andere Bedürfnisse, Anschauungen und Geschmacksrichtungen. Diese Strömungen in dem geistigen Leben eines Volkes gehen indessen nicht auf der Oberflache vor sich, sondern wie die im Meere, unter derselben, und sind daher nur dem wahrnehmbar, der jenes Leben gründlich erforscht. Der blossen oberflächlichen Beobachtung entgehen sie. Soweit dies Gleichniss auf die neueste englische Literatur anwendbar ist, hat m. W., mit Ausnahme F. H. Abn’s, in seiner bekannten Sammlung englischer Schriftsteller und Dichter, in dem Vorworte zu dem eine Auswahl aus Tennyson's Gedichten enthaltenen Bändchen, Niemand bei uns auf die neueste Strömung hingewiesen oder ihre neueste Phase geschildert. Man ist eben, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, bei uns bei Byron stehen geblieben, ist kaum noch bei Tennyson angelangt und weiss von der neuesten Entwickelung auf dem Gebiete der Dichtung jenseits des Canals so gut wie gar nichts. Die Wissenschaft ist so sehr in den Vordergrund getreten, dass die Dichtkunst von ihr ganz in den Hintergrund gedrängt worden. Man folgt jener mit grösster Aufmerksamkeit, empfängt von drüben die neue Lehre mit andachtsvollem Eifer und verarbeitet sie nach allen Richtungen hin, während man dieser den Rücken gekehrt und sie nicht mehr für der Beachtung werth zu halten scheint. Und doch bleibt die Poesie der höchste Ausdruck des Volks- und Zeitgeistes, und wer ein Volk kennen lernen will, der muss es nicht „bei seiner Arbeit“, weder der körperlichen noch der rein wissenschaftlichen, sondern bei seinen Liedern beobachten, der Volksstimme lauschen. Seitdem man die „Völkerstimmen“ bei uns zu sammeln begonnen, eröffnete sich die Völkerkunde, die sich jetzt einer so schönen Pflege erfreut. Der ist aber kein echter Dichter, der nicht die Stimme des Volkes ausdrückt, oder doch wenigstens die Gefühle eines Theils derselben, sei es des minder oder höher gebildeten, zum Ausdruck bringt. Immer und immer wieder wird daher Goethe's Ausspruch wiederholt werden müssen:

„Wer den Dichter will verstehen,

Muss in Dichters Lande geben;" denn die beiden bedingen sich gegenseitig und der eine verhilft zum Verständniss des andern.

Der Verfasser des gedachten Artikels, um auf diesen wieder zurück. zukommen, fährt dann fort und sagt, es fehle zwar nicht an echten und unechten Sängern, doch mangele es ihnen an schöpferischer Kraft. Sie ahmen entweder nach oder fallen aus der poetischen Sphäre. Der Ausnahmen gebe es wenige. Browning predige in vortreftlichem Verse (mitunter, muss ich qualificirend hinzufügen) eine esoterische Philosophie einer kleinen Secte eifriger Schüler; allein weder erreicht er die Zierde ver vollkommenen Form und Klarheit (Dunkelheit, dein Name ist Browning! muss ich wieder einschaltend ausrufen), noch erstrebt er sie überhaupt. Zwei oder drei andere (Bailey, Morris, Buchanan und Arnold z. B.) philosophiren ebenfalls unter

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einem poetischen Gewande. Die Uebrigen pfeifen nach der Melodie, deren Variationen Tennyson fast erschöpft hat. Was er in einer reizenden kleinen Allegorie singt, wo es heisst:

Most can raise the flowers now,
For all have got the seed;
And some are pretty enough,
And some are poor indeed,
And now again the people

Call it but a weed, das treffe auf den Zustand der heutigen (damaligen) englischen Dichtung zu. „Die Ankunft eines neuen Dichters,“ heisst es dann, „unter so eigenthümlichen Bedingungen, ist Gegenstand des allgemeinen Interesses geworden. Vor etwa vier oder fünf Jahren wurden die Leser des Spectator (einer Londoner Wochenschrift) von einigen kurzen Gedichten angenehm überrascht, welche, wenn auch nicht durchaus eigenartig, doch gewiss keine Nachahmungen von Tennyson und Browning waren. Der Dichter war offenbar unter Einflüssen gebildet worden, die heutzutage nicht sehr gewöhnlich sind. Die leidenschaftsvolle Hyperbel der hebräischen Propheten hatte seiner Diction eine seltene Gluih verliehen. Er hatte tief aus den Quellen des griechischen und römischen Gedankens geschöpft, und wenn irgend eine neuere Kunstschule ihm eine Richtung gegeben, so waren es sicherlich nicht die glatten idyllischen Sänger unseres Tages, sondern eher die rauheren Romantiker Frankreichs. Diese Gedichte trugen grösstentheils die Unterschrift Algernon Charles Swinburne ... Doch erst nach der Veröffentlichung seiner „Atalanta in Calydon“ wurde sein Name allgemein bekannt und seine Zukunft Gegenstand der Muthmassung. Dass ein neuer, mit keiner der vorhandenen Schulen verbundener Dichter erschienen, war gewiss; dass er die Gabe des Rhythmus und Melodie in Fülle besass, dass er sowohl im schildernden, wie im dramatischen Stil kräftig zu schreiben und dem englischen Leser die Form der classischen Kunst mit unübertroffenem Geschick darzustellen vermochte, waren theilweise zugestandene Thatsachen. Die mit den idyllischen Sängern in Einklang gebrachte Kritik indessen war nicht fähig, Swinburne's Poesie in ihrem ganzen Ziel und Zwecke zu fassen. Auch nahm sie Anstoss an der Kühnheit, mit welcher einige der gewichtigsten Fragen des menschlichen Lebens und Gedankens behandelt wurden einer Kühnheit, welche zugleich an die unverdauten und gewaltigsten Theile von Shelley's „Queen Mab“ erinnerte.

So geschah es, dass, während „Atalanta“ von den Recensenten zwar nicht unfreundlich aufgenommen wurde, deren Vorzüge von den meisten Lesern, über deren Häupter bin diese Dichtung in der That zielte, und deren Phantasie nur an dürftigere geistige Kost gewöhnt, sie auf eine unangenehme Weise anstrengte, nur schwach anerkannt wurden.“

Von dieser Tragödie heisst es an einer späteren Stelle, die ich der Ordnung halber gleich hier folgen lassen will, sie sei entschieden die grösste neuere Reproduction der griechischen. „Der Dialog und die lyrischen Theile sind gleich vortreffliche Wiedergaben des athenischen Dramas; die Diction ist vollkommen griechisch, und die Hauptidee ist der unwiderstehliche Fortschritt jenes unerbittlichen, unvermeidlichen Schicksals, welches wir vielleicht nicht gehörig zu fassen vermögen, das aber den Reiz und die zauberhafte Macht der traurigen Sagen vom Oedipus und den Atriden bildet. Freilich haben wir hier ein tieferes Eindringen in menschliche Beweggründe und Handlungen, als die hellenische Phantasie eingegeben hätte; auch würde ein Grieche keinen so lebhaften Sinn für Naturschönheit gezeigt haben, als hier überall durch die Handlung des Dramas durchbricht; doch können wir dem Dichter über diese Abweichungen von dem reinen Muster classischer Kunst nicht grollen. Ihm verdanken wir die glänzendsten lyrischen Eryüsse, sowie

die tiefsten Seelenfragen und gelassenen Aeusserungen der heldenmüthigen Verzweiflung. Ein minder verzeihlicher Fehler ist das herrschende Düster und die Strenge des Gemäldes, die allerdings nicht griechisch sind ...

Mit Hinweisung auf den erhabenen Gesang in der „Antigone“ 'Eows åvixate páxav beginnend, wo Sophokles einen ähnlichen Gegenstand behandelt, wird das folgende Bruchstück als Beweis angeführt, mit welcher Vollständigkeit Swinburne es verstanden, die griechische Denkungsart darzustellen:

Was there not evil enough,

Mother, and anguish on earth

Born with a man at his birth,
Wastes under foot, and above

Storm out of heaven and dark
Sbaken down from the shining thereof,

Wrecks from afar over seas
And peril of shallow and firth,

Und tears that spring and increase
In the barren places of mirth;

That thou having, wings as a dove
Being girt with desire for a girth,

That thou must come after these,

That thou must lay on him love? „Dies,“ sagt der Recensent, „ist Poesie, die nicht leicht vergeben wird.“,

Freilich aber widerspricht er sich hier, nachdem er eben gesagt, dass solche düstere Lebensanschauung nicht griechisch sei. Uebrigens hat ja auch Schopenhauer seine pessimistische Anschauung gerade im Sophokles am deutlichsten ausgesprochen gefunden und ihn als Gesinnungsgenossen angeführt. Gleichwohl war Sophokles gewiss ein echter Dichter und somit ein Vertreter echter griechischer Lebensanschauung. Man wird sich daher die Sache wohl so zu erklären haben, dass die pessimistische die eigentliche Grundanschauung bei den Griechen war, dass der Hellenismus aber ihr einen heiteren Anstrich gab, was wohl an der Heiterkeit des griechischen Himmels und der Schönheit der südlichen Natur lag. Haben wir nicht ein Aehnliches in unserer Zeit in Wien erlebt? Nirgends hat man sich mehr und lebhafter für den Pessimismus Schopenhauer's und, irre ich nicht, auch Ed. v. Hartmann's interessirt, als gerade in der österreichischen Hauptstadt, und doch ist man äusserlich dabei so lebenslustig geblieben, wie man es dort stets gewesen. Man kann aber, wie ich das bereits an anderen Stellen erörtert habe, in der Praxis den Optimismus zur Schau tragen, welcher sagt: „Essen und trinken wir (heute), denn morgen sterben wir“, eine Handlungsweise, welche Schopenhauer mit Unrecht dem Judenthum vorwirft, und in der Theorie pessimistisch denken, wie das ja im zweiten Theile des angeführten Ausspruches angedeutet ist. Ganz abgesehen hiervon aber, ist die Hinweisung auf Sophokles gerade bei der angeführten Stelle gar nicht zutreffend, es müsste denn das Folgende bei Swinburne einen anderen Ton anschlagen. Denn bei Sophokles lautet der Anfang des Gesanges nach Schöll's Uebersetzung also:

Gott Eros, All-Sieger im Kampf,

Gott Eros, Freibeuter des Reichsthums,
Auf Wangen der zarten Maid hältst
Du heimlicher Weise Nachtwacht,

Schweifst hin durch Meer-Weiten und suchst
Ländliche Trift-Hut beim,
Und kein Himmlischer weiss

Dir zu entgehen, Dir
Im Wandel des Erdentags kein Mensch

Und ergriffen rast er!

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